Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 109)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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106 Recensionen. ohne Wohl die ״Notice sur [Rabbi] Saad. Gaon“ selbst gesehen Zu haben. Man erfährt daher nicht, wo und wann sie erschienen, es wird vorwiesen auf S. 87—62״ b", wo man mit dem b nichts anzufangen weiß, die Seiten 62—87 handeln, wie oben bemerkt, allerdings über persische Uebersetzungen, allein in dieser Ausdehnung nur über die in Paris handschriftlich befindlichen, während über Jakob Tabus lediglich auf S. 63 - 66 gesprochen wird. Ge^che aber von der umfangreichen Besprechung der älteren handschriftlich gebliebenen persischen Uebersetzungen zu Pentateuch und Propheten berichtet Schräder ebensowenig wie de Wette; wie dieser (in den späteren Ausgaben) hat er den Satz: ״Nachricht von einer bisher noch unbekannten persischen Uebersetzung der salomonischen Schriften von Häßler in theol. St. u. Kr. 1839. 469 ff.", aber über die ein Jahr früher von Munk besprochenen herrscht Schweigen. So schleppt sich bis zum heutigen Tage jenes unklare Urtheil über Jakob Tabus fort trotz den genügend gegebenen Aufklärungen 1). Es war daher Wohl berechtigt auf den Gegenstand nochmals einzugehn und das Urtheil, das, wenn es auch für den Sachkundigen feststand, doch noch nicht zur allgemeinen Geltung gelangt ist, zum endlichen Abschluß zu bringen. Dieser verdienstlichen Aufgabe hat sich Hr. vr. Alex. Ko Hut, ein Kenner des Persischen, unterzogen, er hat die Untersuchung wiederum ausgenommen, ist auf die Persönlichkeit des Uebersetzers wie auf den Charakter der Uebersetzung eingegangen und hat das Urtheil Munks zur unzweifelhaften Gewißheit gebracht, daß Tabus für die Constantinopler Ausgabe von 3 546 erst dieselbe angefertigt, also um diese Zeit gelebt, sklavisch treu, abhängig von Onkelos und allen sonstigen bekannten jüdischen Vorgängern sie ausgeführt, so daß sie demnach ohne allen selbstständigen Werth ist, und man für die Geschichte der Bibelübersetzung eigentlich über Jakob Tabus zur Tagesordnung übergehn kann 2). Allein *) Es darf uns daher nicht wundern, wenn ein sonst Lücherkundiger Mann, Hr. vr. Lotze, neuestens in Nr. 12 der A. Z. d. I. bei der Erwahnung der ״Uebersetzung von [Jakob b.j Joseph Tavus" sagt: ״die so alt ist, daß sie mit in den die ältesten Uebersetzungen enthaltenden Polpglotten ausgenommen ist." Vgl. auch Kohut S. 292 Anm. 2) Dies habe ich stillschweigend natürlich in meiner ״Urschrift" vorausgesetzt. Selbst Saadias konnte mir wenig für die dort hingehörigen Erörterungen bieten, wie viel weniger eine schlechte Uebersetzung aus dem 16.