Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
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Kohut, persische Pentateuch-Uebersetzung. 105 vor, der vielleicht des Uebersetzers Neffe war. Der erste, der jenes persischen Pentateuchs gedenkt, ist Asaria de' Rossi in den Nachträgen zu seinem Meor enajim k. 42 b". Man durfte erwarten, daß das Uriheil Munk's und die bestätigenden Bemerkungen von Zunz, die beide bei aller Kürze so treffend waren, zumal bei dem Ansehen, welches diese Gelehrten sich allgemein errungen, von durchschlagender Bedeutung sein würden. Das Urtheil mußte feststehn, daß die persische Uebersetzung des Jakob Tavus lediglich für die Pentateuchausgabe von 1546 angefertigt worden, also sehr jungen Datums ist, daß sie in ihrer sklavischen Wörtlichkeit, in ihrer Abhängigkeit von der gangbaren rabbinischen Erklärung ohne allen selbstständigen Werth sei, daß sie demnach keine höhere Beachtung verdiene als etwa die gleichzeitige jüdische neugriechische Uebersetzung, als die spanischen, italienischen, jüdisch-deutschen Uebersetzungen, die damals im Drucke erschienen. Allein Bücher haben bekanntlich ihr eigenthümliches Schicksal, und Zufälligkeiten lassen oft Werthloses ebenso in den Vordergrund treten, wie sie gediegene Urtheile lange der Unbekanntheit übergeben. Die persische Pentateuch-Uebersetzung war in die Londoner Polyglotte eingedrungen, erschien somit als in gleichem Range mit allen alten Uebersetzungen; so ward sie denn mit jenen alten Zeugen gleichmäßig beachtet und behandelt, alle Einleitungen in's alte Testament ließen sich über sie aus, während man von der ein Jahr später, 1547, gleichfalls in Constantinopel erschienenen neugriechischen und spanischen Uebersetzung nicht die geringste Notiz nahm*). Die Notice von Munk aber bildete zunächst einen Anhang zu einer jüdischen Bibelausgabe, Zunz' Bemerkungen stehn in einer jübischen Zeitschrift; solche jüdische Publicationen bleiben für christliche Gelehrte eine terra 1nc0§nita, und so erwähnt de Wette noch im I. 1845 — da erschien die sechste Austage des Lehrbuches, die siebente ist mir unbekannt — mit keiner Shlbe einer späteren Untersuchung nach der von Lorsbach geführten; die neueste Ausgabe des Lehrbuches durch Schräder (1869) verweist zwar auf Munk, allein man erfährt nicht, was er sagt, man ersieht aus der ganzen Anführung, daß Schr. das Citat irgend einem Andern entlehnt, *) Nur Wolf in dem dritten Bande der Libliotbeea hebraea bietet als Specimen die sechs ersten Verse der Genesis nach der neugriechischen und nach der spanischen Uebersetzung.