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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 102

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 102 (sequence 105)
Language
German
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102 Recensionrn. kann und so sich die richtige Herstellung des ursprünglichen Textes und die Einsicht in die Ursachen der gegenwärtigen Verderbnisse sehr erschwert hat. So verkennt er (S. 31) die Scheu, welche man später vor dem '!נגלד! אליו!־, als vor einem stark sinnlichen Ausdrucke, hatte, wie sie in meiner ״Urschrift" S. 341 f. begründet ist, nennt er die damit von mir unternommene Begründung des hinzugefügten He I 2, 27 ״raffinirt", übergeht meine Ansicht zur Stelle ganz, und weiß ebensowenig davon, daß I 3, 7 das דבר sicher hinzugefügt ist und wohl gar die erste Vershälfte טרם ידע את ה' ו eine Glosse ist, die das Ursprüngliche — das wir nun doch, aber mit Einschiebung des דבר, gleichfalls lesen —, verdrängen sollte, ebenso daß das. V. 2V. 21 der ursprüngliche Text blos lautete: und es erkannte ganz Israel von Dan bis Beer-Seba, daß Gott offenbar geworden (כגלות) dem Samuel in Silo; alles Andere sind abschwächende Glossen. Ebensowenig nimmt er Kenntniß davon, daß I 1, 22 absichtlich für!1) וכראד P. P. Fut. Kal) punetirt ist וכראת (3 P. S. Prät. Nifal, vgl. Urschrift S. 338). Es gehört zu der bei Hrn. W. beliebten burschikosen Ausdruckweise, wenn er die Begründung der Schreibart מטורת für מבוארת in ״Urschrift" S. 382 als die Unterschiebung einer ״bösen Absicht" bezeichnet (S. 31). Die alte Lesart בעיכו II 16, 12 und 1 ,20 לאלדויו ist so entschieden bezeugt, daß Hr. W.'s Kraftausdrücke von ״sinnlosesten Schreibfehlern" und ״obscuren Autoritäten" sehr wenig dagegen verfangen, ebenso wie das ganz einsichtslose Reden von ״Ketib und Qeri" in באזני Jes. 5, 9. 22,14, da es sich ja hier nur um Punctationsänderungen handelt, und der daran sich knüpfende Burschen- Witz für die Wissenschaft auf Beachtung keinen Anspruch machen kann. Wenn der Vfr. nicht erkennt, daß man früher nackte, derbe Obscönitäten nicht scheute, die man später zu verhüllen für gut fand, so mag das ein recht gutes Zeugniß ablegen für seine jungfräuliche Schamhaftigkeit, aber schwerlich für seine Einsicht in den Charakter des Alterthums und für seine Bekanntschaft mit den ausdrücklichen darüber vorhandenen Zeugnissen. — Fast unbegreiflich ist es, wie Hr. W. die Tragweite der Aenderung von!ד!אליד in!תעליד I 9, 24 nicht erfaßt; den Fettschwanz, der ein Altarantheil war, dem Saul darzureichen, war den Spätem so anstößig, daß die 70 das Wort ganz zurückließen, unser Text Orthographie und Punctation änderte.. Wäre es ein bloßer Priesterantheil gewesen, so würde man sich beruhigt haben, daß er dem Saul als Auszeich-

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