Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Recensionen. welche die Eheverbote zusammenstellen. Während der erstere, 6. 18, in V. 18 die gleichzeitige Ehe mit zwei Schwestern verbietet, übergeht der zweite, e. 20, gerade dieses Verbot; sollte hier nicht die Rücksicht auf David maßgebend gewesen sein? Der judäische Deuteronomiker kennt das Verbot gleichfalls nicht. Wie mußte nun in späterer Zeit, nachdem das pentateuchische Gesetz, aus verschiedenen Bestandttheilen erwachsen, zu einem geschlossenen einheitlichen Ganzen geworden, diese Handlung Davids auffallen und zu Textesänderungen anspornen! Um den schon ohnehin über das Maß hinausgehenden Umfang dieser Besprechung nicht ungebührlich auszudehnen, übergehe ich vieles Andere und will nur schließlich auf die Stelle II 24, 15 aufmerksam machen, in welcher Hr. W. ein Stück aus dem Texte der 70 wie aus dem Originale beseitigen will, während jener seine Uebereinstimmung mit der Gemara bekundet. Denn die Uebersetzung der Worte עד עת בלועד mit %00g aigag ägiarov entspricht der Auffassung derselben in Berachoth 62 b: עד חצות ממען. — Richtig erkannt ist übrigens die Glättung, welche die 70 zu I 11, 4 und 15, 12 vornehmen, indem sie, besorgt um die königliche und prophetische Würde, Saul nicht ״hinter den Rindern", sondern ״nach dem frühen Morgen" kommen lassen und Samuel ״den Wagen" wenden lassen, um zu Saul zu gelangen, damit man nicht glauben müsse, er habe den weiten Weg zu Fuße gemacht. Auch zu 21, 10 ist die Weglassung der Worte ״hinter dem Efod" richtig als Lendentiös erfaßt. Es wäre zu wünschen gewesen, daß der Vfr. sich von dieser Einsicht öfter hätte leiten lassen und weniger auf die Lesartenjagd nach den 70 gegangen wäre, um mit werthlosem Wild beladen den Acker auch unseres Textes zu verwüsten. Denn das bleibt einmal eine Wahrheit, die sicher mehr und mehr durchdringen wird: unser Text ist zwar keineswegs frei von zufälligen Verderbnissen und Mißverständnissen, aber diese sind von geringem Belang im Verhältnisse zu den absichtlichen Umgestaltungen, die er in verschiedenen Zeitabschnitten erfahren. Hr. W. verschließt sich dieser Einsicht nicht und er scheint, wie mir nachträglich aus einer Selbstanzeige in den Göttingischen gelehrten Anzeigen hervorgeht, derselben immermehr Eingang bei sich zu gestatten. Der Sinn fehlt ihm nicht dafür, und so acceptire ich gern sein אבי בעלו־ן (für ‘עלבון) II 23, 31 1 אביאל Ehr. 11, 32 (S. LII und 215). Ingeniös ist die Conjectur!נלצבת אשדד II 18, 18; nochmals dann אמור־ zu lesen ist unnöthig, vielleicht stand auch אעגל (nicht אפורד),