Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Recenstonen. worden. — 18, 9 ist ויקרא allerdings sehr unerwartet; allein die 70 lasen so, und es in ויירא zu ändern, wie Hr. W. vorschlägt, oder, was mir annehmbarer scheint, in ויברח, daran hindert die Präposition לפני, da beide Verba מפני verlangen. — An V. 13 wird unnütz herumgeklügelt, er lautet ganz einfach: oder würde ich gegen seine (des Königs, Keri: meine) Seele Trug üben (würde ich die That leugnen wollen), so würde doch nichts dem Könige verhohlen bleiben und Du bliebest von fern stehen (ohne mir Beistand zu leisten). — 23, 9 ist בחרפם gewiß richtig: als sie ihr Leben einsetzten, muthig einstanden. Die ganze lebensvolle Erzählung: sie (die Phil.) sammelten sich dort zum Kampfe, da zogen hinauf die Männer Israels, er aber richtete sich auf und schlug rc., wird von W. ganz unnöthig verwässert. — Zu 24, 10 ist zu beachten, daß ־p in Verbindung mit andern Partikeln oft eine von seinem ursprünglichen Sinne abweichende Bedeutung annimmt, so heißt häufig על קי nicht: deßhalb, sondern da doch, und so auch hier >p אחרי soviel wie אחרי <בי, nachdem daß. Auffallend ist, daß der höchst bedeutsame Satz, den 1 Ehr. 21, 6 hinzufügt und von dem hier keine Spur ist, von Hrn. W. gar keine Erwähnung findet; darauf einzugehn, würde hier zu weit führen. Ich habe hier blos Beispiele ausgewählt und solche zurücklassen müssen, die eine umständliche Auseinandersetzung erfordern; es sei hier noch kurz das Verhältniß der alexandrinischen Uebersetzung zu unserm Texte und namentlich ihr enger Zusammenhang mit den alten palästinischen, auch in Thalmud und Midraschim vertretenen Anschauungen in's Auge gefaßt. Die jährliche Wallfahrt, welche Elkanah mit seiner Familie nach Silo unternahm und mit der das Samuelbuch seine Geschichte eröffnet (1, 3 ff. und 21 ff.), wurde von den alten Gesetzeslehrern in Zusammenhang gebracht mit den im Pentateuch vorgeschriebenen dreimaligen jährlichen Festwallfahrten, die aber jedenfalls einmal im Jahre nicht unterbleiben durften. Da sollte nun ein Ganzopfer dargebracht, aber auch ein Freudenopfer zum Festmahle veranstaltet werden, und ferner sollte man den Aufenthalt in der heiligen Stadt benützen, um die geweihten Gegenstände, welche zwar von den Eigentümern genossen werden dürfen, aber in Reinheit und nur innerhalb der heiligen Stadt, mit dorthin zu bringen und sie dort zu verzehren. Das galt namentlich auch von dem s. g. zweiten Zehent; er verblieb den Eigenthümern, er aber oder das für dessen Geldeswerth in Jerusalem