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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 88

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 88 (sequence 91)
Language
German
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88 Recensionengehenden Widerspruche gegen ihn befinde und diesen im Allgemeinen ausgesprochen habe, so ist es freilich nöthig, denselben auch im Einzelnen zu begründen. Der volle Nachweis erforderte ein umfassenderes Werk, als von Hrn. W. vorliegt, und so muß ich mich denn mit einer Anzahl von Beispielen begnügen. Viele vorgeschlagene Berichtigungen sind sehr wenig berechtigt und lassen das richtige Sprachgefühl vermissen. Bei dem offenbaren Nachdrucke, welchen der Erzähler in den ersten Capiteln darauf legt, daß das Heiligthum damals in Silo gewesen, wird uns dessen Erwähnung in 1 Sam. 1, 9 gar nicht als ״nicht hierher gehörig" erscheinen, die Umwandelung aber in ist so unglücklich und so unhebräisch, daß ein jedes Wort der Widerlegung überflüssig ist. Noch weniger Schwierigkeit bietet V. 15 קשת לוח; es ist dieses durchaus nicht mit קשד! לב (Ezech. 3, 7) in Parallele zu bringen und als ״starrsinnig" aufzufassen. Daß sie von beschwertem Gemüthe sei, ist ein Ausdruck, der sehr Wohl in den Mund der Hanna paßt, entsprechend dem נללת נפש in V. 6, während sie sich eine קשת יום nicht Wohl nennen konnte, da sie kein schweres Geschick betroffen, sondern ihr ein lieber Wunsch versagt ist. Wenn die 70 dennoch das Letztere wiedergeben, so mag dies eher eine sorglose Uebersetzung sein als aus einer ihnen vorliegenden abweichenden Lesart veranlaßt sein; aber auch im letzteren Falle ist jedenfalls ihre Lesart nicht vorzuziehen. — Sehr geringe Einsicht in das Verfahren der Uebersetzer beweist es, wenn die Wiedergabe von צול 2, 2 mit dUccLog zu der Vermuthung einer Lesart צדיק führt, oder die Wiedergabe in II 23, 3 mit cpvla£ auf כצד rathen läßt. ״Fels" von Gott zu gebrauchen, war den Alexandrinern zu sinnlich, so daß sie meistens &aog für צור setzen und dies an unzähligen Stellen; mir fällt es gerade in die Hände vier Male in Deut. 32, ferner Ps. 31, 3 (71, 3); 62, 3. 8; 92, 16. Anderswo gebrauchen sie einen andern ihnen passender erscheinenden Ausdruck (z. B. Ps. 78, 35; 94, 22 ßoy&og). Das in dem Verse noch befindliche כי אין בלתך ist sicher späterer Zusatz; man nahm an dem Satze: es ist Keiner heilig wie Gott, Anstoß, weil darunter verstanden werden kann, es gebe wohl noch andere Heilige, doch seien sie nicht in dem Grade heilig wie Gott, man beugte daher dieser Auffassung vor, indem man erklärend hinzufügte, daß überhaupt Keiner (heilig) iei außer ihm. Daraus erklärt sich, daß die hinzugefügten Worte in verschiedenen Recensionen ihre Stelle an abweichenden Orten

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