Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
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78 Recensionen. den Grammatikern und Lexikographen Isaak ben Elasar Ha-Levi, Joseph ben David dem Griechen u. A. Ein gleiches Schicksal traf Mosch eh ben Schescheth. Moscheh war, wie wir aus einer gelegentlichen Notiz Charisi's erfahren, ein Spanier, Zeitgenosse Charisi's, also am Anfänge des 13. Jahrhunderts, aber er war aus seinem Heimathslande nach Irak (Babylon) gewandert. Charisi bezeichnet ihn als gewandten und kunstgerechten Dichter, von dem er, freilich zweifelnd, erwartet, daß er seine neuen Landesgenossen von ihren verfehlten dichterischen Versuchen zu besseren Leistungen führen werde. Dies ist ihm Wohl kaum gelungen, auch von seinen Dichtungen ist keine Spur zurückgeblieben. Aber er war auch Bibelerklärer, der, als Nachfolger der spanischen Autoritäten, vorzugsweise das grammatische Element Pflegte; seine Arbeit erstreckte sich mindestens über die drei großen Propheten; auch von dieser find blos karge Anführungen zum Jesaias geblieben in dem gleichfalls vergessenen Werke des Griechen Joseph ben David, und zu Jeremias und Ezechiel ist sein Commentar in einer, vielleicht einzigen, Handschrift zu Oxford aufbewahrt. Sie nun hat neuerdings der Engländer Hr. S. R. Driver durch den Druck zugänglich gemacht. Unser Vfr. bietet keine selbstständigen Forschungen und Erklärungen, allein er sammelt das Richtige, das Andere vor ihm gefunden, und in der Auswahl der verschiedenen Erklärungen über Wortformen und -Bedeutungen wie über den Sinn des Satzes, wie sie bereits gegeben waren, geht er verständig zu Werke. Nur an zwei Stellen hebt er mit Nachdruck hervor, daß er hier Neues aus sich biete, doch fürchte ich, daß wir da in der Lage sind sagen zu müssen, das Gute sei nicht neu, das Neue nicht gut. Wenn er zu Ezech. 41, 7, תיכוכת von תוך ableitend mit der Anhängsylbe ון, hinzufügt, er habe Keinen gesehen, der ihm darin vorangegangen, so haben wir darüber, daß diese einfache Bemerkung von keinem Vorgänger gemacht worden, sehr schwere Bedenken. Uebereinstimmend geben es seine, etwas älteren Zeitgenossen Parchon und David Kimchi, und diese, deren Werke er allerdings nicht gekannt, entlehnen es doch höchst wahrscheinlich dem Abulwalid. Selbst der alte Menachem, wenn auch auf anderem grammatischen Standpunkte stehend, hat das Wort unter תך und nicht etwa unter תכן. — Zu Ezech. 45, 9 giebt er die wirklich sonst nicht vorkommende Erklärung, גרוטוות sei gleich נעדכן als Gehöfte aufzufassen; allein sie wird