Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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VI. Kohut, das Buch Tobias. 57 erscheint, sowohl als Heiler der Krankheiten des Tobias, als auch als Wegweiser für den jungen Tobias und als ״Ernährer des Armen" — insofern er das in Raga bei Gabael deponirte Geld des verarmten Tobias behebt. ß) Wie erwähnt, heißt ^raosha (Radix gru hören) Gehörsam. In dieser Bedeutung kommt das Wort sehr häufig in den Urtexten vor, vgl. Vsp. XVIII, 6; Yagn. XXVIII, 5; XXXVIII, 5; XLIV, 5; XLV, 17; vgl. auch das. XLIII, 16; XLV, 1.3. 5 u. s. w. Daher er auch, in dem Grade er der Feind der Lasterhaften ist (Jagn. LVI, 7. 2; §)t. 11, 2), in demselben den Gläubigen beisteht ״bei jedem bösen Zufall, so oft man irgend ein Unglück vor den Bösen fürchtet" (It. 11. 5). Als Hauptrepräsentant des Gehorsams gilt er auch folgerichtig als Lehrer des Gesetzes (Agn. LVI, 10. 2; Z)t. 11. 14). Hiermit hängt auch zusammen, daß rühmend von Lraosha berichtet wird, daß ״er zuerst die Gathas sang als heilige Gebete, als Texte sammt Commentar und Ver- Wünschungen" (Ygn. LVI, 3. 2—4 cf. Bsp. XVI, 2J. — Alles dies kehrt im Buche Tobias betreffs Raphael wieder. Auch er gilt als Vertreter des Gehorsams. C. XII, 18 läßt ihn der Dichter sprechen: ״ich bin nicht aus eigenem Antrieb gekommen, sondern auf Befehl unseres Gottes". Ferner sagt er von sich zur nachdrücklichen Betonung seines Gehorsams: ccvaßaivto 71Q0g rov ccTZoaTetlcivrcc fjie (V. 20). Wegen des gegen Gott bewiesenen Gehorsams von Seiten Tobias wurde dieser, nach Aussage Raphaels, gewürdigt, daß ihm Gott einen Boten sandte, vgl. Cap. XII, I I—15. Wie sehr der Dichter bestrebt war in Raphael ein Vorbild des Gehörsams zu zeichnen, geht auch aus Cap. VI, 15 hervor. Denn als der junge Tobias Bedenklichkeiten geäußert hatte, Sarah, die schon 7 Bräutigame hatte, ehelichen zu können und sonach Zweifel setzte in die Zusicherungen Raphaels, wurde er von diesem mit folgenden Worten verwiesen: ״erinnerst du dich nicht — was dein Vater wegen der Heirath einer Frau aus deiner Familie befohlen har? Also folge mir, Freund; sie wird deine Frau." — Demnach fordert Raphael strengen Gehorsam. So wie ^raosha reeitirt auch Raphael heilige Gebete vor Gott. C. XII, 15 läßt ihn der Dichter sprechen: ״ich bin Raphael, Einer der sieben heiligen Gesandtenג), welche die Gebete der Heiligen vorl) Laß btc Vorstellung von 7 Erzengeln den 7 Amesha-g;׳entaS der