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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 54

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 54 (sequence 57)
Language
German
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54 VI. Kohut, das Buch Tobias. Wenn wir nun bedenken, daß Aeshma, ״zu dem sich alle schaaren, welche die Welt verunreinigen wollen" lPatzna XXXVI, 6) oft im Bunde mit Aji-dahäka oder auch mit Aji, ״dem Dämon der Begierde, einem der schlimmsten Dämonen" (9)a$rt. LXVII, 22; M. 18, 1 und sonst) erscheint: so kann das von Dahäka Mitgetheilte, daß er gefesselt wurde, sehr leicht auf seinen Helfershelfer den Aeshma, übertragen worden sein. Solchergestalt mochte nun die Vorstellung, daß Aeshmadai von Raphael — dem, wie wir bald sehen werden, siegreichen Antagonisten Aeshmadais — gefesselt wurde, auch in dem, persischen Vorstellungen zugänglich gewesenen Verfasser des Buches Tobias entstanden sein. Das einzig Auffallende in der Relation des Buches Tobias dürfte blos der Passus sein, daß ״Aeshmadai nach Oberägypten floh". Man sieht nämlich nicht ein, welche Nolle Oberägypten in dieser durchweg von persischen Vorstellungen getragenen Mythe übernehmen soll — ein Umstand, um dessentwillen Manche den Autor des Buches Tobias in Aegypten leben und sein Buch daselbst angefertigt ׳sein lassen. Doch mit Unrecht! Wir vermeinen nämlich hier einem argen HuiproHuo aus die Spur gekommen zu sein. Aus den zwei hebräischen Relationen sahen wir nämlich oben, daß Aeshma geflohen sei nach 2ארץ 272ר<״ NLp. Sollte aber nicht נלוצרים eine Corruptel aus dem persischen Mazendrän sein können?! Wir können wenigstens diese unsere Vermuthung mit folgenden Zwei gewichtigen Motiven unterstützen: 1) kommt Matzdrän (oder Mäcindrän) (vgl. Bundeh. p. 44, 16) — was dem zendischen Mäzainya entspricht — (Windischmann Z. St. 229) sehr oft als Prädicat der Dämonen emer gewissen Gegend vor; vgl. Vend. IX, 38; X, 28; XVII, 28. 29; n. LVI, 7. 8; Dt. 5, 22; 13, 137; 15, 8. Wie es scheint, war Aeshma Hauptanführer dieser ״mazendränischen Daevas", da er häufig neben ihnen angeführt wird, vgl. Ptzn. XXVII, 2; LVI, 12, 5 u. s. w. Hiernach wäre der Sinn jener dunklen Tobiasstelle, daß Raphael den Aeshmadai nach Mazendrän (nicht nach Mizrajim) brachte (wie auch richtig die Vulgata hat an Stelle von: floh) und ihn daselbst als am Residenzorte Aeshmadais fesselte. Eine merkwürdige Bestätigung dieser Auffassung giebt der Minokhired (bei Spiegel, Parsigrammatik S. 137. 168), wo es § 30 von demselben Helden, von welchem wir schon oben berichteten, daß er die Ajidahäka fesselte, also heißt: ״Fredün hatte den Nutzen. (31) Wie das Schlagen und Binden der Ajidahak Baevarätzp, der so

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