Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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VI. Kvhut, das Buch Tobias. 53 gehen; hier wollen wir sogleich hinzufügen, daß. nach C. VIII, 1 fg. der junge Tobias den NaLH Raphaels befolgend, in der Brautnacht Sarah's ״Räucherkohlen nahm und darauslegte von dem Herzen und der Leber des Fisches und räucherte" 1 *). Sobald es der Dämon roch, floh er nach Oberägypten, wo ihn der Engel band. Ganz so hat auch die syrische Uebersetzung. Hiermit übereinstimmend hat auch die Münster'sche hebräische Lesart: ויברח עד ארץ בלצרים ורפאל דזנללאך אהרחו שם, während in der Ausgabe von Fagius der Passus ,,und Raphael band ihn daselbst" fehlt. Nach der Vulgata entfloh nicht der Dämon, sondern — und das ist sachgemäßer — ״Itatael Augelus appreheudit Daemoniuin et religavit“ etc. Was zunächst das Gebundenwerden Aeshmadais durch den Engel angeht, so bietet die bereits erwähnte Gittinstelle insofern eine Analogie dar, als auch hier mitgetheilt wird, daß Aeshmadai durch Benaja auf Geheiß des mächtigen Salomo in Ketten (שושילתא) gelegt wird. Weitere Beispiele gaben wir in unserer Angelologie S. 85 Anm. 9. Wir fügen noch hinzu, daß auch nach dem Bundehesh (0. XXX p. 69 Ende) Fritün den Dahak 2) an den Berg Dmavend band. Dasselbe verbürgt auch Firdusi (46, 14 edit. Mac.). Dahak — wird hier berichtet —, habe sich in den Palast geschlichen mit einer Strickleiter von 60 Ellen. Feridun schlägt ihn mit der Keule; aber Serosh erscheint und sagt: er solle ihn nicht tobten, sondern an einen Felsen fesseln; was denn auch geschieht, indem er an den Berg Demävend gefesselt wird. In dem Mma^p-name, welches zwar jüngern Ursprungs ist, aber ältere Bestandtheile enthält, wird dieser mythologische Zug ebenfalls wiederholt. Aus all diesen Stellen geht zur Genüge hervor, daß von einem Gebundenwerden eines so mächtigen Tyrannen, für welchen Dahat gilt, woraus mit leichter Ver- Wechselung Aji-dahaka ״jene teuflische Drukhs, welche Agromainyus als die mächtigste Drukhs hervorgebracht hat, gegen die bekörperte Welt, zum Verderben für das Reine in der Welt 3 4 .׳ entstand, für einen allgemein und weit verbreiteten Zug der pers. Mythologie gehalten wurde, herüberragend noch aus jener von der Fackel der Geschichte nicht beleuchteten Zeit 4). ף Analogien aus dem Midrasch und Iosephus für das Räuchern giedt Ilgen daselbst S. 81 Anm. 6. צ) Vgl. auch Bund. p. 24, 12, wo dieselbe Mythe wiederholt wird. 3) Vgl. Yatzn. IX, 26. 27;?)t. 5, ,14; 9. 14. 15, 24. 4) Siebe die vortreffliche Abhandlung Roth'o: ״Die Sage von Ieridnu" in der Zeitichr. der Deutsch-morg. Gesellsch. B> 2 S. 216 fg.