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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 12

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 12 (sequence 15)
Language
German
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12 III. Zur Nakdanim-Literatur. Laute bestimmt sind. Die ganze Bezeichnung des ruhenden Schwa in der Mitte des Wortes ist bedeutungslos und verdankt ihr Entstehen lediglich dem Bestreben, einen jeden Buchstaben mit einem Vocalzeichen zu versehen. Es ist manchmal eine Stütze für das Verständniß, die schärfere Hörbarkeit eines Buchstaben zu bezeichnen. Das Dagesch charakterifirt vielfach grammatische Formen, und wenn dieselben auch schon durch sich selbst genügend bestimmt sind und ihre Kenntlichmachung durch das Dagesch entbehrlich ist, so ist dasselbe doch ein Fingerzeig, daß wir es hier mit einer Pielform oder mit einer Bildung, in der ein Wurzelbuchstabe ausgestoßen worden u. dgl. zu thun haben. Allein das Dagesch wurde auch für gewisse Buchstaben durchgehends angewendet, je nachdem sie durch den Zusammenstoß der Laute härter oder weicher, von einem Hauche begleitet, aspirirt ausgesprochen werden; man nennt das Dagesch, wenn es diese Bedeutung hat, ein leichtes, während man dem ersten den Namen des starken beilegte. Das leichte Dagesch nun, das sich in seiner Darstellung nicht von dem starken unterscheidet — beide werden durch einen Punkt in der Mitte des Buchstaben bezeichnet —, wird noch jetzt durchgehends bei den sechs Buchstaben Beth, Gimel, Daleth, Khas, Phe, Thav angewendet, während es ehedem in manchen Gegenden auch für Resch, von einigen Abschreibern sogar in gewissen Fällen für alle Buchstaben — aber mit Ausnahme der unhörbaren —־ gebraucht wurde. Allein bei Gimel und Daleth wissen wir gar nicht, worin die Doppelaussprache bestehen soll, bei den vier andern weicht die Unterscheidung ab je nach dem Herkommen, je nach der Uebung der Sprachorgane in verschiedenen Ländern, und die äußerliche Feststellung durch das Vorhandensein oder Fehlen des Dagesch hat, für den Sinn ganz gleichgültig, nicht einmal eine Uebereinstimmung in der Aussprache erzielt, erweist sich demnach als ganz überflüssig und, weil überflüssig, um so lästiger, als eine Masse von Regeln und Abweichungen und Ausnahmen für die Setzung oder Weglassung des Punktes daran sich knüpft, so daß unser Text dadurch oft Näthselhaftes darbietet, die alten jüdischen Grammatiken weitläufige Abschnitte diesem Gegenstände widmen, ohne dennoch alles Einschlagende zu umfassen und genügend festzustellen, auch die neueren Grammatiker sich dieses Capitels nicht entschlagen können. Die klügelnde Sorgfalt hat sich jedoch nicht darauf beschränkt,

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