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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1872-01-01 · 1-2 (1872) · p. Seite 11

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
10 (1872)
Issue
1-2 (1872)
Date
1872-01-01
Page
Seite 11 (sequence 14)
Language
German
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III. Zur Nakdanirn-Literatur. 11 diese Nüancirungen Nichts zum Verständnisse beitragen, Letzteres, weil die flüchtige Differenziirung des Lautes und des Tones sich nicht durch Zeichen genügend wiedergeben läßt. Wir nehmen darin keine Mangelhaftigkeit wahr, daß unsere deutsche Sprache z. B. die verschiedene Aussprache der Buchstaben b und g am Anfänge und in der Mitte des Wortes, die Mannichfaltigkeit der Laute für den Vocal e nicht sorgfältiger durch Zeichen bestimmt; wir begnügen uns mit einem Fragezeichen und verlangen durchaus nicht nach einer verschiedenen Bezeichnung, je nachdem die Frage naiv gestellt oder als ungläubiger Zweifel aufgeworfen wird, eine bejahende oder verneinende Antwort erwartet, wir wünschen keine Unterscheidung des Ausrufezeichens zwischen einer Verwunderung, einer Bitte, einer Verwünschung und dergleichen. Wir haben Satzzeichen für die Trennung kleinerer und größerer Sätze, und es genügt an einem Komma. Semikolon, Kolon und Punkt, denen noch als nähere Sinnesangabe Frage- und Ausrufezeichen hinzutreten. Aber es fällt keiner lebenden Sprache ein, jedem Worte im Gefüge des Satzes durch ein bestimmtes Zeichen seine logische Stellung im Satze anzuweisen. Der Art sind aber die mannichfaltigen Zeichen bei Syrern wie in der hebräischen Bibel. Naturgemäß war freilich das Bedürsniß nach einer Bocalisation, welche die lebenden semitischen Sprachen in der Schrift zu bezeichnen anfänglich ganz unterließen, und durch deren Abweichung doch der Sinn der Worte so vielfach bestimmt wird. Allein bald begnügte man sich im Hebräischen — um unsere Betrachtung auf dieses zu beschränken — nicht mehr mit der Bezeichnung der unter sich geschiedenen Grundlaute, sondern man wollte auch deren deränderliche Aussprache, wie sie durch den Zusammenstoß der Buchstaben und der Lautschälle bedingt wird, durch Nüancirungen in der Bezeichnung anzeigen bald durch ganz abweichende Zeichen bald durch Hinzufügung von Strichen und Punkten. In der älteren Punctation, der s. g. assyrischen oder babylonischen, tritt diese Fürsorge für das blos Phonetische noch nicht so stark hervor, nur Striche und Punkte machen im Gebiete des einzelnen Vocales auf den Unterschied in der Aussprache aufmerksam; die jüngere ändert schon das Zeichen selbst. Unser Text bietet z. B. eine dreifache Art von Schwa compositum, von denen namentlich die zwei, Chatef- Pathach und Chatef-Segol, keine innerliche Laut- und Sinnverschiedenheit repräsentiren, sondern blos durch die Aufeinanderfolge der

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