Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 10 (1872)
- Issue
- 1-2 (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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10 III. Zur Nakdanirn-Literatur. Provence gelebt; dorthin gehört auch der Autor Berachja, der weder aus dem Arabischen übersetzt noch die ältere Uebertragung des Glaubenswerkes benutzt hat, womit denn auch Einiges, was in meinem Zur Geschichte (S. 117. 127. 128) über diesen Schriftsteller angegeben ist, ergänzt und theilweise berichtigt ist. III. Jur Aakdamm-L'iLerajnr. Aehnlich wie bei den Syrern, und Wohl von ihnen angeregt, finden wir bei den Juden die Sorge um die Erhaltung des biblischen Wortes nach seiner Gestalt und Aussprache, nach seiner Betonung im Satze sich immer erweiternd und in einer Weise ausgeführt, die meistens kaum das innere Verständniß berührt. In Betreff der Syrer sind wir erst in neuerer Zeit näher unterrichtet worden über die vielfältigen Norschriften, welche über die Aussprache der Buchstaben und Worte, die Lese- und Satzzeichen aufgestellt worden, und wir begegnen da einem uns oft unverständlichen Reichthum von Unterscheidungen, welche jedenfalls ganz unwesentlich zum Inhalte sind und künstelnd den Text in der Lesung regeln sollen. Die gleichen Bemühungen der Juden für die hebräische Bibel sind schon längst bekannt, sie haben im Leben und in der Wissenschaft ihren eingreifenden Einfluß nicht verloren und können dennoch nur zum geringeren Theil als werthvoll, innerlich begründet, das Verständniß vermittelnd oder erleichternd, eine Beachtung ansprechen. Unser Bibeltext ist überall von Punkten und Zeichen durchzogen, welche lediglich Aussprache und Betonung bestimmen sollen. Bei dem Leben der Sprache ergeben sich dieselben aus dem Flusseder Rede; ohne daß sie nach ihrer reichen Veränderlichkeit, nach der mannichfaltigen Nüancirung bezeichnet würden, sind sie dem Hörenden in dem lebendigen Ausdrucke des Sprechenden gegeben, der Lesende muß und kann sie aus seinem Verständnisse heraus reproduciren. Nachdem die Sprache aber aus dem Leben geschwunden, ist das Bemühen, die wechselnde Aussprache und Betonung genau dem Auge darzustellen, ebenso überflüssig wie vergeblich, Ersteres, weil