Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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74 Umschau. der Frank ek'schon Monatsschrift vom Jahre 1862 und 1863 aus dieser Handschrift reiche Auszüge zum Jesaias mit Festhaltung an Parchon als Vfr. veröffentlicht. Nachdem ich jedoch nachgewiesen, daß diese Glossen Nichts weiter sind als Auszüge aus Kimchi's Wörterbuche und unmöglich Parchon beigelegt werden könnten, brachen die Mittheilungen plötzlich ab, die letzten 20 Capitel des Jesaias blieben ungedruckt, und mit den andern Büchern fortzufahren, wie beabsichtigt war, wurde unterlassen. Man durfte darin eine Anerkennung erblicken, daß man sich geirrt habe. Allein das Breslauer Seminar ist, wie es scheint, unfehlbar, und so erfahre ich zu meiner Ueberraschung, daß die Annahme von Parchon als Verfasser eines Commentars, welche ich als längst vergessen, weil berichtigt, glaubte, frisch und heil aus ihrem Grabe wieder erstanden ist. Das am Anfänge dieses Jahres erschienene Seminar- Programm nämlich — welches mir zufällig erst jetzt zukommt — enthält den ersten Theil eines Catalogs der dortigen Bibliothek, welcher bekanntlich die Saraval'sche einverleibt worden. Da heißt es nun unter den Handschriften N. 96 S. 11: ״Parchon (Salomo ben Abraham ben) Commentar zu dem Buche der Könige, der kleinen Propheten und Hagiographen (פילועג הכללות על בללכים ,כביאים אחלויים , תלי עשל וכתובים). Also der alte Freund, den wir selig entschlafen wähnten, wandelt wieder unter den Lebenden! Nun aber hat Hr. Dr. Weiner dem Parchon eine Monographie gewidmet *), ג) Parchon als Grammatiker und Lexikograph in Bezug auf seine Vorganger und Nachfolger, bearbeitet von Di׳. M. Weiner. (Ofen 1870. 91 S. 8). Parchon ist, wie ja auch aus des Vfrs Behandlung selbst ersichtlich und wie sich noch klarer Herausstellen wird, wenn Abnlwalid's Wörterbuch, wie wir nun erwarten dürfen, erschienen sein wird, bloß Uebersetzer, der wohl etwas frei verfuhr; es war daher die Zusammenstellung von Stücken aus seinem Buche mit Koreisch und Kimchi, wie sie der Vfr. S. 55 ff. vornimmt, ganz überflüssig, und ebenso sind seine grammatischeil und hermeneutischen Regeln gleichfalls dem Rikmah, dem ersten Theile von Abulwalid's größerem Werke, entnommen (wie der Drf. selbst S. 73 Anm. in Bezug auf die letzteren bemerkt, dasselbe gilt von den grammatischen Bemerkungen, worüber hier S. 17 f. Verwirrung׳ herrscht). Kirchbeim ist daher in vollem Rechte, wenn er die Notiz eines Epigraphisten, er habe eine Uebersetzung des Abulwalid'schen Wirrwlbuches von Salomo Parchon gesehen, auf unser gedrucktes Werk bezieht. Was der Vfr. S. 23 Anm. dagegen einwendet, ist nicht stichhaltig; wenn nämlich der Epigraphist sagt, er wisse nicht, woher Parchon sei, den Ort der Uebersetzung als Palermo angiebt, so mag er entweder einen Codex vor sich gehabt haben, in dem Parchon's Heimathsort,