Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 71 (sequence 74)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2420973-2421017-2421018--2662-2423755
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1Y. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft,. 71 Voran, nach Art Dunasch's, eine lange poetische Widmung an den hochgebietenden Chasdai Schaprut und eine desgleichen metrische Zusammenfassung dessen, was später in Prosa ausgeführt wird, sie beginnt dann mit einer Anklage gegen Dunasch, daß er durch Aufnähme des arabischen Metrums die Grundgesetze der hebräischen Sprache zerstöre, und dennoch haben die Vertheidiger in ihrem einleitenden Gedichte vollständig dieselbe Bahn eingeschlagen! Sie greifen dann aus den ungefähr 200 Einwürfen Dunasch's etwa 50 heraus, die sie widerlegen wollen; es sind nicht die wichtigsten Einwendungen. Die rein lexikalischen, als sehr untergeordneter Art, können füglich ganz übergangen werden; uns interessiren nur die grammatischen, aber da erfahren wir wenig Tröstliches. Sie sprechen nicht übel über das Wav copulativum, wo sie die verschiedenen Punctationen, welche es annimmt, richtig angeben, darunter auch, daß es nur das Kamez vor dem Nomen habe, wenn der Wortton alsbald folgt (S. 50 f.), sie werfen Dunasch mit Recht vor, daß er sich in seinen Dichtungen erlaubt, das Wav mit Kamez zu versehen, wenn es auch vor einem Worte steht, das diese Eigenthümlichkeit nicht hat; was dessen Schüler darauf erwidert (S. 43), ist nur tumultuarische Sophistik. Sie führen den Unterschied zwischen פעל und פוילל, den schon Menachem kennt, weiter aus (S. 54 f.), fassen auch richtig die andern Segolatformen (S. 52 f.), nur daß sie Wörter wie ע־על nicht als dazu gehörig zu betrachten scheinen und sie unter der Form פעל aufführen (S. 55 f.), ein Jrrthum, in dem noch Chajug" in seinem Nikkud befangen ist. Allein über die Pe Nun und die Pe Jod wissen auch sie nicht zu größerer Klarheit zu gelangen (S. 70. 80. 82 ff.). Auch von dem Schüler Dunasch's erhalten wir, bei all seinem brutalen Auftreten, keine Belehrung, und mag blos zum Belege seiner Schwäche noch von ihm angeführt werden, daß er in כטוב (Esth. 1, 10) nicht den Infinitiv erkennt, sondern annimmt, die Form sei Präteritum (S. 40 Z. 3). Dieser Schüler Dunasch's nun hieß Jehudi (oder -dah) ben Schescheth und ist sonst Nichts über ihn bekannt. Er sonnt sich lediglich im Ruhme seines Lehrers, den er auch, mit Anspielung auf dessen Kritiken gegen Saadias, diesem gegenüber erhebt (S. 9 V. 61), schimpft weidlich und fertigt mehr mit Schmähungen als mit Gründen ab. So ist denn mit diesen Streitschrtften ein Fortschritt nicht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.