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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 65

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 65 (sequence 68)
Language
German
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IV. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. 65 Menachem ben Saruk kennt und benützt seine ebengenannten Vorgänger Saadias und Koreisch, doch scheint er auf ihre Werke keinen besondern Werth zu legen. Wo er sie namentlich anführt und wo er unter der allgemeinen Bezeichnung ״die Erklärer" auf sie. hinweist, geschieht Dies, um ihre Ansichten zu bestreiten. Das thut er allerdings nach der Milde und mit der Würde, die sein ganzer Charakter offenbart; Saadias wird mit ehrerbietiger Anerkennung behandelt, Koreisch mehr gleichgültig. Allerdings hat Menachem in mehr großartiger, umfassender Weise gearbeitet, er hat das erste vollständige Wörterbuch geliefert; seine Arbeit ist mit hingebendem Fleiße ausgeführt, und es fehlt außerdem in demselben nicht an exegetischen und grammatischen Ausführungen, die für seine Zeit verdienstlich sind. Er unterscheidet streng die Nominalformen דבל*: und בל% (S. 30), er hat Richtiges über Setzung des Mappik (S. 51 f.), er stellt die Hapaxlegomena zusammen (S. 56), macht (S. 70 f.) mehrere gute syntaktische Bemerkungen, giebt (S. 74 f.) sehr richtige Beobachtungen über Vor- und Nachsetzung des Wav, wie des Conversivum, Wav als Suffix, als Zeichen des Plurals, als pleonastisch, wobei er Termini gebraucht, die sich nicht erhalten haben, aber doch Haltpunkte geworden sind für spätere leichtere Ausdrücke, so für Präteritum und Futurum כבר ואשר לדליות, für Suffix בלסיב, für Plural בלרבד, für überflüssig gesetzt בלחצב. Er spricht verständig über das den fehlenden Buchstaben (Doppelthav und Nun) ersetzende Dagesch (S. 82), und sucht namentlich in der Einleitung mühsam sich und seinen Lesern Sprachregeln klar zu machen. Dennoch können wir nicht sagen, daß er seine Vorgänger an wissenschaftlicher Einsicht in den Sprachbau überschritten habe. Die rationalistische Wortdeutung kommt bei ihm kaum vor. Wenn früher x) auf einige Theilungen aufmerksam gemacht worden, die Wohl aus dem Verlangen herrühren mögen, sinnliche Bezeichnungen von Gott zu entfernen, so ist bei der vielfachen Zerspaltung, die Menachem überhaupt liebt, darauf kein großes Gewicht zu legen. Seine Hauptschwäche besteht in der Unsicherheit, die Wurzel und die Art der Ableitung richtig zu erkennen, welche er mit seinen Vorgängern theilt. Ich will hier einige besonders wichtige Belege mittheilen, über die selbst sein Kritiker Dunasch mit Schweigen hinweggeht, und es wird hiermit vorgreifend auch das Urtheil über diesen vorbereitet. *) Diese Ztschr. Bd. V S. 189, vgl. noch Menachem unter 2ור S. 152. Vierteljahresschrift IX. 1. 5

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