Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2420973-2421017-2421018--2655-2423748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
64 IV. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. חקיך (von גקך) combinirt, חתקועועוו וקעור (Zef. 2, 1) mit dem mischnaitischen חוקעוו und נלקיעוין zusammenstellt (S. 50 und 82), während ersteres von קעועו, letzteres von נקעו abzuleiten ist, wenn er für den Wegfall des Nun nicht blos dann wenn dasselbe lediglich in den Dialekten hervortritt, wie in חך ,אך u. dgl., sondern auch bei den Verben Pe Nun sich keiner Regel bewußt ist (S. 64) oder gar das Nun des Nifal verkennt (S. 97 unten), wenn er חפפת von סכא, sehen, abzuleiten keinen Anstand nimmt (S. 78), die Stämme!גלד und גלל vermischt (S. 93) oder עוגח* mit פעוח ,עגיג mit פרעו zusammenstellt (S. 99). Selbst richtigere Bemerkungen werden durch die Unsicherheit falsch angewendet. Es ist richtig, wenn er auf die Verschiedenheit der Tonsetzung in תחת (Spr. 17, 10) und תחת (5 Mos. 31 8) aufmerksam macht, aber unrichtig, wenn er deßhalb auch zwei verschiedene Bedeutungen statuirt, jenes mit ״herabsteigen" (also von גחת), dieses mit ״erzittern" (von חתת) wiedergeben will, während in Wahrheit trotz der kleinen Aceentabweichung dennoch beide gleichen Sinnes und gleichen Stammes (חתת) sind. K. erkennt richtig (S. 58), daß die Wurzel von 1) בלעותין Sam. 25, 22) טון (richtiger עוין) ist, wozu ihn das Khethib עויניחם (Jes. 36, 12) anleitet, er hält das Thav für eingeschaltet wie in יטותחו und ähnlichen, es müßte demnach ein Hithpael sein und müßte die gegenwärtige Punetation, die einem Hifil von עותן entspricht, geändert werden in בלעותין; daran jedoch denkt K. nicht, beruft sich vielmehr wieder auf das in medicinischen Werken vorkommende fpäthebr. Wort עותן für Urin, welches jedoch erst aus der falschen Punetation des bibl. Wortes gebildet ist. K. ahnt also das Richtige, weiß es aber nicht zu verfolgen aus Unsicherheit in der Erkenntniß der Formenbildung (vgl. Urschrift S. 410). Wie er hier über das Hithpael, obgleich er dasselbe anderswo sehr weitläufig behandelt (S. 94 ff.), abirrt, so sind ihm noch sonst einige dieser Bildung ungehörige Formen unklar, oder er mischt gar nicht ihr ungehörige irrthümlich hinein. So hält er 5) תתעב Mos. 23, 8), das Piel ist, für ein Hithpael, er hält תחתרי (Pf. 37, l), Hithpael von.חחח, als dem Stamme תחח — Wohl verleitet durch die Bildungen, welche die Punctatoren einer ganz überflüssig erdachten Quadriliteralform ^תחיח zueignen — entsprossen, in יתחלל (wohl יתחולל) hält er auch das Thav als zum Stamme gehörig, weil er ein Nomen תחלח findet (S. 97). Das sind allerdings Schwächen, die keinen besondern Fortschritt in der grammatischen Erkenntniß verrathen.