Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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62 IV. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. will. Er spricht sich darüber sehr bestimmt und weitläufig aus S. 32 ff. Es sei hier allerdings die Nase gesetzt nach menschlicher Ausdrucksweise, ganz so wie Mund, Lippe, Zunge und Hauch, gerade wie auch Schreien, sich Beruhigen u. dgl. gebraucht werde, ohne daß Dies buchstäblich bei Gott genommen werden dürfe. Das überhebt uns, fährt er dann fort, der erzwungenen Umdeutungen, welche Einige für solche Ausdrücke anwenden, so wenn sie לב als Prophet deuten in 1 Mos. 6, 6 — vgl. Saadias 1 Mos. 8, 21 LA. der Polyglotte, Wen Esra, die Karäer Ahron b. Josef und Ahron b. Eliah zu 1 Mos. 6, 6, sowie den Samaritaner Abu- Said zu beiden Stellen —, ebenso 1 Kön. 9,3, wo noch עין Führer bedeuten soll. Allein in andern Stellen geht diese Umdeutung wohl gar nicht an, wie 1 Sam. 2, 35 und sonst; es ist eben blos bildlich zu fassen, wie Zorn, Besänftigung, Ermattung (vgl. auch S. 40 unter טדח), die Hand, die bald straft, bald spendet, Eingeweide, Füße u. dgl. So thun sie auch sonst dem natürlichen Sinne Zwang an, wenn sie z. B. 1 Mos. 18, 25, das einfach lautet: Sollte der Richter der ganzen Erde nicht Gerechtigkeit üben?, statt dessen erklären: der Richter der ganzen Erde wird nicht Gewaltthat ausführen 1). So machen sie, weil sie in Ps. 16 den V. 3 mit V. 4 eng verbinden, aus den Heiligen (קדושים) in V. 3 gar Buhler (קדשים). Er begnügt sich mit diesen Beispielen, die er vermehren könne, betont aber mit aller Schärfe die Verkehrtheit dieses Verfahrens. Gegenüber dieser nachdrücklichen Erklärung kann, nicht in Betracht kommen, wenn er (S. 5) unter אל גרים (Ezech. 31, 11) einen starken Herrscher versteht, es mit איל, Widder, combinirend, wozu ihn die volle Lesart der Madinchaö, איל, verleitet, oder wenn er 1) בית!דאלי Kön. 16, 34) nicht einfach nimmt: der Mann aus Bethel, sondern der Mann des Fluches S. 27), verleitet durch die Punctatoren (vgl. Ozar nechmad Bd. III S. 3). Eigenthümlich ist die Umdeutung einer andern Stelle, zu welcher er Wohl von früheren Erklärern verleitet worden. Unter חבל nämlich in der Bedeutung ״verderben" führt er S. 17 auch die Stelle t Mos. 24,6 an. Er muß demnach auch der seltsamen Deutung gehuldigt haben, die von Andern in Urschrift S. 479 nachgewiesen ist, und wenn Aben Esra nur von ,,Leugnern", d. h. Karäern, spricht, die so erklären, so *) Vgl. Ozar nechmad III S. 6, Zeitschr. der DmG. Bd. XIV S. 745 ff. uud diese Ztschr. Bd I S. 45.