Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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IY. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. 61 bedeute jene ״damit", ebenso dieses (wobei nur zu bemerken ist, daß dort la vor das Futurum, hier I’ vor den Infinitiv tritt). Allein die dritte Bedeutung, nach welcher das arabische la den Nachsatz einleitet, habe kein Analogon im Hebräischen. Hingegen werde T im Hebr. gebraucht, wo auch wir sagen: zu einem Gegenstände werden oder machen, während der Araber in solchem Falle sich des Accusativs bedient^). Auch sonst fehlt es an solchen eingehenden Sprachbeobachtungen nicht, namentlich über die verschiedenen hebr. Buchstaben, welche den etwas abweichenden arabischen entsprechen (S. 88 ff.), über die Affixa, die in den Dialekten gleichmäßig angewendet werden (S. 99 ff.) u. Aehnliches. Als unwissenschaftlich muß freilich die Herbeiziehung des Berberischen (S. 105), das mit dem Hebräischen in gär keinem Zusammenhänge steht, abgewiesen werden. Ebenso unbegründet ist auch die Vergleichung des griechischen Kalos mit dem bibl. u. späthebräischen קלס (S. 50), richtig wohl die gleiche Benennung der Narde in diesen Sprachen (S. 78), da sie Wohl von den Phöniziern zu beiden gelangt ist, während er für סנלפכיא (S. 45) das griechische Wort nicht kennt. In diesem gelungenen sprachvergleichenden Versuche steht Koreifch, soweit uns die Literatur bekannt geworden, unter den Juden fast allein; er hat auch keinen Nachfolger gefunden. Allerdings werden von den rabbinischen Exegeten und Lexikographen das Thargum und die Mischnahsprache hie und da zur Erklärung herbeigezogen, wie es auch schon Saadias gethan, ebenso wird von des Arabischen Kundigen auch dieses zuweilen verglichen; allein es geschieht vereinzelt, nicht in überblickendem Zusammenhänge und nicht mit dem methodischen Geiste, der bei K. über das Ganze waltet. Aber auch in dem Punkte, von dem wir ausgegangen, in der Umdeutung der Worte, wo dieselben nur bildlich zu fassen sind — worin sich auch die späteren philosophischen Systematiker versündigten — hat K. einen ganz klaren Blick. Er findet zwar auch (S. 73, חרח), daß es nicht geziemend sei, עטון ,חרה אף, wenn es von Gott gebraucht wird, arabisch zu übersetzen: es entbrennt, es raucht der Zorn (die Nase), man solle vielmehr sagen: es ist stark re.; allein das hindert nicht, daß er die wahre Bedeutung anerkennt, wenn er auch die Schicklichkeit in der Uebertragung gewahrt wissen *) Unrichtig ist etwa ein Beispiel, wenn er (S. 104) dem ירבה' לסלוח das arab. יכ׳זל גפלא entgegensetzt, das gehört mehr der Verbalconstruction an.