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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 56 (sequence 59)
Language
German
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56 IV. Geschichte der hebräischen Sprachwissenschaft. des Jeruschalmi lautet: 'תמציתן, ש' ח. Beides bedeutet Wohl dasselbe: scharfe Auspressung, indem dtndrup dem syr. jLca^o, Schärfe, scharfsinniges Verfahren entspricht, תמצית aber in dem Sinne von Auspressung (von!מצד) gewöhnlich ist. טקט־ י חסידים, welches Babli dafür setzt, will entweder dasselbe sagen, oder es ist Mißverständniß. Aus dieser von verschiedenen Seiten her aufgelesenen Ausbeute ersieht man Wohl, daß der halachischen Literatur ein enggeschlossener Bund einer Partei, welche einer besonderen Richtung huldigt, weder unter dem Namen der Essäer noch unter sonst irgend welchem Namen bekannt ist, daß sie blos Männer aus der Vorzeit kennt, welche in der Erfüllung der pharisäischen Satzungen mit einer übergroßen Aengstlichkeit zu Werke gingen, deren Thun sie zuweilen gern als verdienstlich anerkennt, die sie jedoch nicht gerade als Vorbilder hinstellt, indem sie sogar zuweilen ihre Anforderungen abweist. So bleibt es Thatsache, daß Thalmude und Midraschim von einer Partei der Essäer ebenso wenig wissen wie die altchristlichen Urkunden; daß dieses Schweigen, wenn es auch ihre Existenz nicht geradezu aufhebt, doch jedenfalls ihrer Bedeutung merklichen Abbruch thut, ist klar. 14. Dec. IV. Zur Geschichte -er hebräischen Sprachwissenschaft unter den Juden. II1) Es bleibt immer von erneutem Interesse, auf die Anfänge einer wissenschaftlich grammatischen Erkenntniß des Hebräischen unter den arabischen Juden zurückzukommen; noch sind sie nicht genügend aufgehellt. Das rasche Ueberspringen aus einem unklaren Umhertasten zur vollkommen gesicherten Einsicht, wie wir diesen Umschwung durch die Arbeit eines Menschenalters vollzogen erblicken, ist merkwürdig genug, und der Ruhm, dessen die beiden Männer, die Meister des Neubaues — Chajug' und Abulwalid — sich erfreuen, ist ein Wohlverdienter. Allein um sie wahrhaft zu würdigen, müssen wir wissen, >) Vgl. diese Ztschr. Bd. IV S. 200 ff., Bd. V S. 187 f. 189 f.

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