Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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in. Anhang 4. Essäer in der Halachah. 55 farbloser ist der zweite: rüste dich, Thorah zu lernen, denn du ererbst sie nicht. — Nichts nun spricht dagegen, daß wir mit ihm den Priester Joße oder Josef identificirten, von dem noch sonst berichtet wird; das Verfahren nach chaßidäisch-priesterlicher Strenge paßte zu ihm. Sein Schreibzeug (calamarium) war so eingerichtet, daß es leicht wieder gereinigt werden konnte (Mikwaoth 10, 1), und dürfte damit Wohl im Zusammenhänge stehen, wenn von ihm berichtet wird, es habe sich niemals ein Schriftstück von ihm in der Hand eines Nichtjuden befunden (Thoß. Schabbath 6. 14, jer. 1, 11, babli 19 a), weil er eine jede Berührung mit einem solchen mied; jedoch wird an den genannten Stellen diese Scheu in Beziehung zu seiner Strenge in Beobachtung des Sabbaths gesetzt. Von ihm auch wird, was theilweise schon in dieser Ztschr. Bd. VS 78 ff. besprochen worden, berichtet, er habe dazu gezwungen werden müssen, sich mit der Leiche seiner Frau zu befassen (Sifra zu 3 Mos. 21, 5, Sebachim 100 a>; er wollte nämlich, da sie am Rüsttage des Peßach gestorben, der Verunreinigung entgehen, welche ihn zur Bereitung des Peßachmahles untauglich machte. Beim Begräbnisse nun, wird Mo6d katon 23 a berichtet, forderte er die Schwester seiner Frau auf, deren unmündige Kinder nun als die ihrigen zu übernehmen, dennoch habe er den ehelichen Umgang erst nach langer Zeit (71277טן טו״ו>) mit ihr gepflogen. Das heißt nun sicher nicht, wie die Gemara will, bereits nach dreißig Tagen, vielmehr scheint dies Wohl seinen chaßidäischen Grundsätzen, und das wären hier essäische, entsprochen zu haben, den weiblichen Umgang möglichst zu meiden, sobald einmal der Pflicht der Kindererzeugung genügt war. — Wenn er ein zweites Ersatzpeßach einst begehen wollte und daran verhindert wurde, er ebenso die Erstlinge von Wein und Oel darbringen wollte und sie nicht angenommen wurden (Challah 4, 11), so war eigentlich sein Verfahren correct, und es ist nicht ganz klar, warum es als peinliche Ueberfrömmigkeit abgewiesen wurde, jedenfalls ist sicher, daß es als solches betrachtet worden. Was sonst noch von ihm spärlich berichtet wird, ist von untergeordneter Bedeutung. Hingegen stimmt sehr zu der bisherigen Charakteristik wenn der Joße קטוכתא, mit dessen Tode nach Sotah Ende die Chaßidim aufgehört, mit ihm identificirt werden darf. Der Beiname, dem wir sonst nichtbegegnen, wird in der Mischnah, wie sie in den besonderen Ausgaben und in Babli uns vorliegt, dahin erklärt, weil er קטונתן עול gewesen, was in den Ausgaben