Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Anhang 3. Die Reinheit der Hände und Elasar ben Arach. 47 Sifre angeführte. Die Mischnah weiß durchaus Nichts von ihm. Die Thoßeftha führt noch eine Lehre von ihm an, Therumoth 6. 5 Ende, die auffallend erleichternd ist und im Widerspruche steht mit allen geltenden Ansichten; sie wird j. Challah e. 2 Anfang citirt, wo es als streitig hingestellt wird, ob seine Ansicht Anerkennung verdient, allein j. Demai 7, 8 wird sie abgewiesen, und j. Schebiith 6, 3 und Nedarim 6, 4 sowie babli Ned. 58a wird sie ganz mit Stillschweigen übergangen. Eigenthümlich ist die Erwähnung, die er Thoß. Nedarim 6. 6 findet. Dort sagt Josua zu Akiba in Betreff der von ihm vorgebrachten Beantwortung auf die gegen ihn erhobenen Einwände: אבל אלו היית ביבלי רבי אלעזר בן ערך ״ ,הרטבות תטובה זוWohl! wenn du nur in den Tagen Elasar's b. Arach gewesen wärest und eine solche Antwort gegeben hättest!" Das klingt offenbar, als spreche er damit einen Tadel aus gegen die spitzfindige Dialektik, deren sich Akiba bedient. Jeruschalmi faßt freilich den Sinn der Stelle anders, er setzt das. 10, 7 die Aeußerung Josua's in Verbindung mit einer Lehre, welche er Elasar b. Arach beilegt, die wiederum nur Jeruschalmi auch sonst anführt wie Jebamoth 2, 1 und mehrfach, aber weder in älteren Quellen, wie Thoßeftha, noch in jüngern, wie Babli, bekannt ist. Der ganze Tenor des Satzes paßt nicht zur Auffassung Jeruschalmi's, und unsere Erklärung wird offenbar bestätigt durch die Umwandlung, welche er in Babli Ned. 74 b erfährt. Dort wird nämlich Elasar b. Arach ganz beseitigt und statt der Aeußerung Josua's folgender Schluß beliebt: בלטון דרזדר אנלר בן עזאי ״ ,חבל עליך בן עזאי ,טלא טיכלטת את ר עקיבהfolgende Worte sprach ben Asai: Wehe dir, ben Asai, daß du Akiba nicht als Jünger umgeben!" Mag Dies nun ernst oder ironisch aufzufassen sein, jedenfalls soll damit das sehr kunstvoll dialektische Verfahren gekennzeichnet werden, und in der ächten ursprünglichen Fassung der Thoßeftha wird demnach ein scharfer Tadel gegen Elasar ben Arach ausgesprochen. So wird denn auch in der Gemara von ihm in sehr geringschätziger Weise gesprochen, er habe, dem Wohlleben hingegeben, Alles vergessen, kaum mehr lesen können (Schabbath 147 b. Koheleth rabbah zu 7, 7, vgl. Aboth des Nathan 6. 14 Ende und diese Ztschr. Bd. VI S. 135). Diese Nachricht klingt bedenklich, es scheint, als habe man hinter ein solches Vorgeben die geflissentliche Jgnorirung versteckt, der man ihn hingeben wollte. Denn daß wirklich Elasar b. Arach zu solcher Unwissenheit herabgesunken sei,