Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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42 III. Anhang 1. Das Schlachten. finden. Wie Ich dich in der Art des Schlachtens der Opferthiere bereits unterwiesen habe, so sollst du diese Vorschriften auch für die Thiere, die nicht opfermäßig dargebracht werden, anwenden. Das bedeuten die Worte des Sifre z. St. (Reeh 6. 75, 90 a 6ä. Wien): ״ ,כלד־ז קדשים בשחיטח אף' חולין בשחיטחWie das Geweihte nach allen Vorschriften geschlachtet werden muß, so auch das Profane/' also lediglich Rückbeziehung, freilich nicht freiwillige Entlehnung, sondern von Gott selbst ausgesprochene Gleichstellung. Aber auch die Rückbeziehung, also die Anlehnung an die Opfer- Vorschriften war der jüngern Halachah störend, und sie deutet daher die Worte ״wie Ich dir befohlen" absolut, nämlich: wie Ich dir gerade für dieses Schlachten der Profanthiere die besonderen Vorschriften gegeben. Diese Ansicht folgt im Sifre zum Schluffe (das. b) als דבר אחד, andere Erklärung, oder im Namen Rabbi's, דבי אומד, wie Jalkut z. St. liest und es auch Gemara Chullin 28 a wiedergiebt: מלמד שנמטוח משח על חוושט ועל חקנח ועל ״ ,דוב אחד בעוף ודוב שנים בבחנלחDies lehrt, daß dem Moses die Vorschriften über die Durchschneidung des Schlundes und der Gurgel gegeben worden, und zwar daß der größte Theil des einen dieser Stücke beim Geflügel, beider bei den Vierfüßlern durchschnitten werden muß." Man ging darin so weit, daß man selbst das Schlachten beim Geflügel als dem Moses tradirt annahm, nur daß bloß ein kleiner Theil dafür sestgestellt war, während frühere Lehrer bekanntlich (Sifre u. Chullin a. a. O.) für das Geflügel das Schlachten nicht als alte Vorschrift betrachteten, vielmehr blos als spätere Satzung. Und Dies Wohl mit Recht. Ist nämlich das ganze Schlachten den Vornahmen bei den OpferLhieren entlehnt, so finden wir gerade bei Vögeln, welche als Opfer dargebracht werden, daß sie nicht geschlachtet, sondern der Kopf von hinten eingekneipt wurde (3 Mos. 1, 15. 5, 8), und so hatte man ursprünglich auch ein eigentliches Schlachten für Geflügel gar nicht verlangt. Auch von den Karäern, welche sonst die Schlachtregeln, obgleich biblisch nicht nachweisbar, aber als altpriesterlich mit aller Strenge einschärfen, haben ältere Lehrer für das Geflügel wirklich das Kneipen eingeführt wissen wollen.x) *) Damit scheint auch im Zusammenhänge zu stehn, daß nach der alten Halachah das Verbot gegen den Genuß des Fleisches mit Milch nicht auf Vogelfleisch ausgedehnt wird, während die jüngere Halachah diesen Unter-