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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 41

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 41 (sequence 44)
Language
German
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III. Anhang 1. Das Schlachten. 41 die zum Genüsse erlaubten und unerlaubten Landthiere, Wasserthiere (V. 9), Vögel (V. 13) und die unreinen kriechenden Gattungen — das Einzige, was die Mechiltha kennt — vorzeigen läßt, (davon auch eingedrungen in die ältere Darstellung Thanchuma Schemini und Behaalothcha). Dasselbe nimmt Gemara Chullin 42 a auf mit Beschränkung auf die Landthiere, aber als Lehre der Schule Jsmael's^), während Wajikra rabba e. 15 mit derselben Beschränkung die Angabe richtiger im Namen Chija's (vgl. diese Ztschr. Bd. VII S. 193 und oben S. 12) macht. Doch hat dieser Midrasch — kurz vorher — einen Anklang an die alte Relation beibehalten, daß Gott dem Moses gezeigt habe, aber im Sinne einer spätern Zeit, ihm sei ein Thierschädel im Feuer gezeigt worden, an dem die Schäden, welche den Genuß untersagen, nachgewiesen wurden. Schon aus dieser Zusammenstellung ergiebt sich, daß die Schlachtregeln ursprünglich den Opfervorschriften angehörig waren, erst von diesen für den gewöhnlichen Fleischgenuß entlehnt worden, daß die ältere Halachah sich noch dessen bewußt ist und es zugesteht, die jüngere Halachah aber gegen dieses Zugeständniß Bedenken hegt, daher von einer dem Moses gewordenen weiteren Belehrung über das Schlachten der Opferthiere ganz Abstand nimmt, eine solche aber weit eher für die allgemeinen Speisevorschriften gelten läßt. Dasselbe ergiebt sich nun, wenn wir die halachischen Aussprüche dort betrachten, wo vom Schlachten selbst die Rede ist. Die Halachah knüpft die in Uebung befindlichen und als verbindlich betrachteten Vorschriften, welche doch in der Bibel gar nicht erwähnt werden, an die Worte des Deuteronomiums — welches allein den Fleischgenuß eines nicht opfermäßig geschlachteten Thieres kennt — 12, 21 an; die Worte: ״Du magst schlachten von deinen Rindern und deinen Schafen, wie ich dir befohlen habe," welche dem natürlichen Sinn nach blos rückbeziehend sind auf V. 15 ff., deutet sie dahin, daß das Schlachten in der Weise geschehen müsse, wie Gott Dies dem Moses anderweitig angedeutet habe. Wann ist Dies aber geschehen? Die alte Halachah, die die Gleichmäßigkeit der Schlachtregeln für Opferthiere und gewöhnliches Schlachtvieh nicht ignorirt, nimmt keinen Anstand, das ursprüngliche Gebot für jene gegeben sein zu lassen und hier darauf eine Beziehung zu ף In Betreff des Neumondes legt auch die Mechiltha Dies dem Ismael bei; das scheint ein späteres Einschiebsel zu sein.

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