Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2420973-2421017-2421018--2631-2423724- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
40 III. Anhang 1. Das Schlachten. Behandlung des Leuchters nachdrücklich betonten. — Die Festste!- lung des Neumondes und somit des ganzen Kalenders haben die Priester als ihre Obliegenheit in Anspruch genommen, und ward sie ihnen von den pharisäischen Gelehrten bestritten und allmälig entwunden (Urschrift S. 137 ff). Auch hier halten sie daher Grund genug, die Schwierigkeiten einer genauen Einsicht in die Sache hervorzuheben. Nicht minder gilt Dies von den Unreinheiten, deren Fernhaltung fast ausschließlich die Person der Priester betraf, die die Pharisäer sich nur in einer gewissen Eifersucht aneigneten. Dabei gab es auch Differenzen in der Ausdehnung der Unreinheit, namentlich der unreinen und verendeten Thiere zwischen beiden Parteien, indem die priesterlichen Saddueäer ihnen umfassende Geltung zuschreiben, die Pharisäer sie beschränken. Und nun kommt als vierter Gegenstand das Schlachten hinzu, dessen sorgfältige Handhabung die Priester beim Opferdienste einführten, und die erst die Pharisäer auf allen Fleischgenuß ausdehnten. — Die drei ersten Gegenstände treten mit der Zerstörung des Tempels in den Hintergrund; der Leuchter war nicht vorhanden, die Neumondfeststellung war Sache der Gelehrten geworden, die Unreinheiten fanden geringe Anwendung und hatten für das Kriechende allgemeine Geltung. Die Schlachtregeln für alle zum Genüsse verstatteten Thiere standen fest, aber gerade daß sie den Opfervorschriften entnommen seien, war eine Thatsache, die man beseitigen wollte. Dies ist nun auch die Veranlassung, daß andere Quellen diese vierte Lehre, nämlich über das Schlachten, ganz zurücklassen, so Sifre Behaalothcha (e. 61, 16 3. ed. Wien), und Thanchuma, Schemini und Behaalothcha, während Schemoth rebba Bo 6. 15 zwar vier Lehren angiebt, aber merkwürdiger Weise statt der vom Schlachten eine ganz neue, nämlich über die Zubereitung des Salböls mit Beziehung auf 2 Mos. 30, 31. Andere Stellen haben blos ein Vereinzeltes im Auge, so jer. Schekalim 1, 6 ein ganz Neues, den Schekel nach 2 Mos. 30, 13 (vgl. Thanchuma z. St.); Bammidbar r. Behaalothcha 6. 15 beschränkt sich blos auf den Leuchter. Noch weiter Weichen andere Relationen ab, die die Deutung von ,,Dieses" nicht als eine sinnliche Verdeutlichung, die dem Moses von Gott geworden, betrachten, sondern als eine solche, die Moses den Israeliten beigebracht habe, und so wird diese Annahme auf einen andern Kreis von Belehrungen übertragen. So Sisra Schemini zu 11, 2, der Moses den Israeliten