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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 35

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 35 (sequence 38)
Language
German
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IRI
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III. Die Essener. 35 dargebracht wurde (1 2סבליהדז); für die öffentlichen Opfer ward eine ständige Deputation von Nichtpriestern eingesetzt, welche als Vertreter der Gesammtheit dem Opferdienste anwohnten (אכטוי בלעבלד). Das Schlachten der Opferthiere sollte auch durch Nichtpriester vorgenommen werden können (עוחיסזר כעורד בנזר), nur das Blutsprengen und alle eigentliche Altarverrichtung blieb den Priestern überlassen. So wurde denn die möglichste Betheiligung der Eigenthümer bei ihren Opfern verlangt, zumal ihre Anwesenheit im Tempel bei deren Darbringung, es war eine Erhebung zum Priesterthume, soweit das Gesetz sie zuließ. Die Essäer theilten dieses Streben, und dennoch wurden sie davon zurückgehalten in gleicher Weise wie ihre minder strengen pharisäischen Genossen zu verfahren, weil sie Scheu trugen den Tempel zu betreten, indem sie mit besonderer Peinlichkeit die Reinigungen hochhielten und in der Besorgniß lebten etwa die dazu erforderliche reinigende Vorbereitung nicht genügend ausgeführt zu haben. Daher ״vollzogen sie die Opfer im Tempel nicht" selbst, d. h. sie waren dabei nicht persönlich anwesend und betheiligten sich an ihnen nicht thatsächlich, während sie dieselben Wohl hinschickten, also der Vorschrift Opfer darzubringen Wohl nachkamen, außerdem aber noch ihre gewöhnlichen Mahlzeiten nach dem Opferritus genossen. — Ob noch ferner hier eine schärfere Opposition gegen die Priesterpartei, die Unlust mit dieser in irgend eine Berührung zu kommen, obwaltete, mag dahingestellt bleiben. Wenn die Essäer, wie noch sonst bezeugt wird, vorzugsweise auf die durch Waschungen zu bewirkende Reinheit bedacht waren, so daß sie, wie wir vernommen, sogar aus Furcht darin nicht genug gethan zu haben, von dem Besuche des Tempels zurückgehalten wurden, so stellen sie damit wieder nur die schärfere Eonsequenz des Pharisäismus dar. Auch dieser nahm die Waschungen von den Priestern an, um selbst damit priesterliche Weihe zu ge- Winnen; sie wurden in ihm allmälig zu fester Satzung (vgl. diese Ztschr. Bd. VII S. 124), so daß sogar berichtet wird, ein Gelehrter, der die Verpflichtung zur ״Reinheit der Hände" angezweifelt habe (פקפק בטדרת ידים), sei in Bann gelegt worden ('Edujoth 5, 6) 2). Wenn nun die Essäer es damit noch strenger nahmen, 1j Vgl. unten Anhang II. 2) Vgl. unten Anhang III. 3*

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