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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 30

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 30 (sequence 33)
Language
German
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־30 II. MechrLtha und Sifre. Ausgabe des Sifra; dankbarer noch als eine solche würden wir eine sorgsame Ausgabe des Lekach tob von Tobia b. Elieser (die s. g. kleine Peßiktha) aufnehmen, von der wir bis jetzt nur eine einzige alte schwer zugängliche besitzen. Sie würde ihm zur Genüge die Gelegenheit bieten, die Bemerkungen zu Sifra, die er nach Weiß noch beizubringen hat, mitzutheilen, da Tobia ja für Leviticus hauptsächlich den Sifra excerpirt, sowie ihm die zwei folgenden Bücher den Anlaß geben würden, seine eigenen Bemerkungen zu Sifre zu ergänzen. 8. Sept. III. Die jüdischen Sibyllmen und der Ejsenismus. ״Die kritische Erforschung des Urchristenthums — so beginnt in dem neuesten Hefte der Hilgenfeldsichen ״Zeitschrift für wissenschastliche Theologie" (Bd. XIV, Heft 1, S. 30—59) eine Ab- Handlung des Herausgebers unter der rubricirten Aufschrift — ist in neuerer Zeit immer mehr auf die Vorgeschichte des Christenthums zurückgeführt worden. Es hat sich mehr und mehr die Frage aufgedrängt: ob die innere Erzeugung des Christenthums mehr dem Geiste der hellenischen Weltbildung oder der jüdischen Religion angehöre. Ich meinerseits konnte die Entstehung des Christenthums nur auf der jüdischen Seite erkennen. Das Christenthum trat ja von Hause aus als die Erfüllung der ATlichen Weissagung auf." Bis hieher können wir dem Vfr. vollkommen beistimmen. Bedenklicher wird die unmittelbar folgende Behauptung: ״Da fand ich denn seine eigentliche Vorgeschichte bei den Trägern der jüdischen Messias-Erwartung, wie sie hauptsächlich in den apokalyptischen Schriften verzeichnet, in den Vereinen der Essener, dieser Stillen vom Lande, gehegt wird." Diese Ableitung des Christenthums aus Erscheinungen, die in den sie bezeugenden Documenten in der nebelhaftesten Unbestimmtheit gehalten sind, die sich daher den Willkürlichsten Deutungen fügen, die in den Hauptschriften jener Zeit aber ganz ignorirt werden, ist mir immer höchst bedenklich vorgekommen und wird mir bei weiterem Nachdenken immer unwahrscheinlicher.

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