Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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24 II. Mechiltha und Sifre. nüchternen kritischen Sinn möge hier blos noch eine Stelle angeführt werden. Es ist schon mehrfach das Mißverständniß besprochen worden, das Babli Khethuboth 67 b begeht, indem er in der Erzählung (Sifre Reeh, 66. Fr. § 116, 98 b, Thoß. Peah 6. 4 und Jeruschalmi das. Ende), man habe einem an früheren Wohlstand gewöhnten Verarmten täglich ein' Pfund Fleisch von Geflügeln gegeben, das Wort (צפורי(ן verkennt und es statt als ״Vögel" zu nehmen, glaubt, der Mann sei aus Sepphoris gewesen, und nun mißversteht er die Pointe der Geschichte. Pardo gesteht ganz unbefangen diesen Jrrthum der Gemara ein 1). Ebenso tritt er bei all seinen kabbalistischen Neigungen mit aller Entschiedenheit gegen abergläubische Beschwörungen und Beräucherungen bei Krankheitsfällen auf (245 b). Es ist daher zu bedauern, daß dieser Comm. Hrn. Friedmann bei seiner Ausgabe (1864) unbekannt war. Bei der erhöhten Aufmerksamkeit, welche in unfern Tagen die alten Quellenschriften, als Zeugen für die flüssige Bewegung innerhalb der gesetzlichen Entwickelung vor dem Abschlüsse in der babh- Ionischen Gamara, erlangt haben, bei den neuen Anschauungen, welche über diesen Entwickelungsgang gewonnen worden, waren und sind neue Ausgaben jener älteren Baraitha-Sammlungen dringend nöthig, und sie sind in tüchtiger Weise erschienen. Voran ging Hr. Weiß 1862 mit seiner Ausgabe des Sifra, welche (vgl. diese Zeitschr. Bd. II S. 63 ff.) durch Nachweis der Parallelstellen und kurze Erklärungen wie durch Veröffentlichung des Commentares von Abraham b. David fördernd wirkte. Darauf folgte Hr. Friedmann 1864 mit seiner Ausgabe des Sifre, Hr. Weiß ein Jahr darauf mit der der Mechiltha (vgl. diese Zeitschr. Bd. IV S. 96 ff.), und nun ist wieder Hr. Fr'iedmann mit einer Ausgabe der letzteren Baraitha erschienen. Die Vorzüge derselben haben' wir genügend hervorgehoben; sie bestehen hauptsächlich in folgenden Punkten: 1. In der schärferen Hervorhebung des von der jüngern Halachah abweichenden Standpunktes der älteren, wie sie in der Mechiltha erhalten ist — was noch immer eine entschiedenere Anerkennung, offnere Aussprache und systematische Begründung verdient hätte. Dann 2. in der Festhaltung des überlieferten Textes gegenüber ף Seine Worte (225a) lauten: וכל זח טרחו רבנן לפי שהביכו תיבת מצפורי שהעני חיח מצפורי אבל נלספרין נראה דה'פ שלקחו לו ליטרא כשר משל צפורים והצפורים היו יקרים.