Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Mechilth« und Sifte. 23 (vgl. Friedw. 123 a N. 16), er fand ihn also in den Glossen Sul.'s nicht angeführt. Hingegen wird der Commentar zu Sifre, wie wir aus den Mittheilungen Moses Lichtstein's und David Pardo's ersehen, durchgehends von Sul. benützt. Pardo hat allerdings gewichtige Bedenken gegen die Aechtheit dieses Commentars, da er die Anführungen in einem andern Commentare, dem des um etwa ein Jahrhundert jüngeren Hillel — worüber alsbald — oft wörtlich wiederfand, an einer Stelle (Khi theze, 6ä. Fr. § 229, 116 a) aber die mit Hillel übereinstimmenden Worte A.'s b. D. im Widerspruch stehen mit dessen Bemerkungen zu Maimonides' Mischneh Thorah. Die Frage bedarf noch einer sorgsamen Untersuchung. — Wir haben eben Hillel genannt. Dessen Commentar zu Sifre wird schon in Thoßafoth Sotah 38 a angeführt; er gehört demnach dem 13. Jahrhundert an. Seinen Commentar zu Sifra benützte Aaron aben Chajim vielfach, diesen wie den zu Sifre hat Asulai Handschriftlich gesehen und nennt er den Verfasser: H. b. Eljakim, der zu Sifre lag Pardo vor — aber in sehr schlechter Abschrift — und ebenso Hrn. Friedmann, und man erkennt aus ihren Anführungen den hohcn Werth solcher alten Hülfsmittel. Ob Hillel, wie es die Alten nicht selten zu thun pflegten, etwa den ihm vorangegangenen Abraham b. David oft nur copirt und sein Commentar daher nur eine Umarbeitung von dem des alten berühmten thalmudischen Gelehrten ist, ist eine Frage, die noch zu untersuchen ist. — Pardo hatte noch einen dritten jüngeren handschriftlichen Commentar vor sich, nämlich den des ר״א Nachum, nämlich des Elieser b. Jakob Nachum, wie ihn Asulai nennt; auch er kannte und benützte die Glossen Suleiman's, scheint aber weiter nicht besonders fördernd zu sein. Nachum hatte auch einen Commentar zu Mechiltha geschrieben, auf den er sich selbst in dem zu Sifre beruft, und dessen auch Asulai gedenkt, doch war er Pardo nicht bekannt. — Aus dem hier Angeführten ergiebt sich übrigens, daß der Commentar des David Pardo zu Sifre, wenn auch sehr weitläufig angelegt, viel ungehörige halachische Discussion einmischend, hie und da auch kabbalistischen Ueberschwänglichkeiten huldigend, doch sehr viel Nützliches darbietet, mit nüchterner Gelehrsamkeit, die von seinem kabbalistischen Anfluge nicht beeinstußt wird, oft sehr Werthvolle Anleitungen giebt. Wir haben im Laufe dieser Abhandlung schon manche gute Bemerkung von ihm mitgetheilt; für seinen