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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1871-01-01 · 1 (1871) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
9 (1871)
Issue
1 (1871)
Date
1871-01-01
Page
Seite 15 (sequence 18)
Language
German
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II. Mechiltha und Sifre. 15 Wickelungsgang das Wichtigste sein muß — in jenem noch die alte Halachah aufzufinden. Freilich kommt nun für uns noch ein neuer mißlicher Umstand hinzu, nämlich die Verwahrlosung, in welcher sich unser Text durch die Nachlässigkeit der Abschreiber, theilweise auch der frühern Herausgeber befindet. Auch diese Sammlungen nämlich wurden, sowie etwa der jerusalemische Thalmud, ziemlich wenig berücksichtigt, wurden daher wenig abgeschrieben und der Verwilderung preisgegeben. Nun erfreuten sie sich zwar auch früher einiger kenntnißreichen Erklärer, denen es aber doch an kritischer Einsicht fehlte, und der allgemeine Fehler jüdischer Ausgaben, daß man sich immer an die gerade zugängliche, gewöhnlich nächstvorangegangene Ausgäbe hielt, deren Fehler wiedergab und sie etwa noch mit einigen neuen vermehrte, ohne die verschiedenen Ausgaben, namentlich die älteren aus Handschriften geflossenen zu vergleichen oder gar selbst handschriftliche Exemplare aufzusuchen, wiederholte sich auch hier. Nur dem Sifre widerfuhr das seltene Glück, daß Moses, der Sohn des Erklärers Abraham Lichtstein (Sera' Abraham) Hand schriftliche Emendationen eines jerusalemischen Gelehrten vorfand — über die noch später —, welche er dem Commentare seines Vaters beifügte. Es ist wiederum ein wesentlicher Vorzug der Mechiltha- Ausgabe des Hrn. Friedmann, daß sie — freilich blos in einem Anhänge — auf alte Ausgaben zurückgeht und handschriftliche Erklärungen und Emendationen benützt, die offenbar auf besseren handschriftlichen Texten ruhen. Unsere Ausgaben nämlich folgen sämmtlich der Ausgabe Venedig 1545, allein es giebt eine ältere von denselben nicht befragte, nämlich Constantinopel 1515, die nach Hrn. Fr. (106 d und XII) allerdings mit der Venetianer auf gleicher Grundlage ruht und an Correctheit der letzteren eher nachsteht, aber dennoch zuweilen Aufschlüsse von Werth giebt. Eine andere zwar jüngere, aber mit einem einsichtigen Commentar (Schebuth Jehuda) versehene Ausgabe ist Livorno 1801 von Juda Nag'ar aus Tunis erschienen; dieselbe zeichnet sich auch noch durch Benützung handschriftlicher Emendationen aus, auf die wir noch zurückkommen werden. Den Apparat verschiedener Lesarten, der sich aus diesen Hülfsmitteln gewinnen läßt, stellt nun Hr. Fr., da ihm dieselben erst später zugekommen, in einem besondern Anhänge zusammen, und wir haben dadurch den Vortheil besser zu übersehen, welchen Ertrag die Ver-

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