Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Mechiltha und Sifre. 13 haben, so daß die dort enthaltenen Lehren, wenn keine weitere Autorität für sie beigefügt war, einfach als ihm angehörig betrachtet wurden (1סתם ספדי ר' טובלעון)). Aber auch dieser Sammlung mag Rab seine besondere Aufmerksamkeit zugewendet haben, so daß auch sie an seinen Namen geknüpft wurde als Sisre debe Rab. Nun erscheint zwar der Charakter des letzteren nicht verschieden von dem der Mechiltha, vielmehr erscheint auch er in scharfem althalachischem Gepräge; jedoch bedarf Dies noch genauerer Untersuchung. In diesem geschichtlichen Processe, wenn er mit den Baraithasammlungen wirklich so vor sich gegangen ist, wie wir ihn hier vermuthungsweise skizzirt haben, dürfte nun Wohl die Erklärung liegen, warum die Baraitha zum Exodus in der thalmudischen und midraschischen Literatur nicht unter dem Namen Mechiltha vorkommt, und man muß sich damit begnügen, wenn auf die Anführung der in unserem Werke vorkommenden Aussprüche hingewiesen wird, sei es unter welchem Namen es wolle, weil daraus ebensowohl Berichtsgungen unserer oft sehr corrumpirten Mech. gewonnen werden wie auch nicht selten die sorgsame Erwägung der Verschiedenheiten zu bedeutsamen kritischen Resultaten zu führen vermag. Anders ist es mit den Autoren des nachthalmudischen halachischen Schriftthums. Bei ihnen finden wir Anführungen mit ausdrücklicher Angabe der Mechiltha als Quelle. Hr. Fr. weist, wo es zur Aufhellung des Inhaltes oder zur Feststellung der Lesart von Nutzen ist, auf diese alten Anführungen hin. Besonders verdienstlich ist ein Anhang (119 3.—124 a), der die Angaben aus älteren Werken zusammenstellt, welche als der Mechiltha entnommen bezeichnet sind, sich jedoch in der unseren nicht oder nur theilweise finden. Dieselben dürften allerdings nur zum geringern Theile der ursprünglichen Mechiltha angehören, vielmehr der umarbeitenden und sie vielfach auch mit jüngeren Aggadah's vermehrenden spätern Redaction oder auch eingeschlichenen Glossen. Eine solche spätere Redaction wird namentlich Simon ben Jochai, dem Schüler Akiba's, beigelegt. Auf ihn ist Wohl die häufige Gegenüberstellung der Lehren Akiba's gegen die früheren der Mechiltha, welche entweder einfach stehen geblieben oder ausdrücklich dem Jsmael beigelegt werden, zurückzuführen; ihm mag auch Wohl ein großer Theil der Umar- ג) Doch ist auch hier eine andere LA., die Sifre dem Jsmael beilegt (vgl. Fr. S. XXVIII).