Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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12 II. Mechiltha und Sifre. men worden, von vorn herein den Namen Mechiltha getragen, sich aber über sämmtliche Bücher des Pentateuchs ausgedehnt haben — etwa mit Ausnahme der Genesis, welche nur sehr dürftiges Material für die Halachah bietet —, wie denn in der That Aussprüche dieser Schule in der thalmudisch-midraschischen Literatur Vorkommen, dis man in unserer Mechiltha vermißt, und zwar nicht blos solche, die für eine Sammlung zum Exodus sich eignen, also dort ehedem ihre Stelle gefunden haben konnten, jedoch später entweder absichtlich beseitigt worden oder durch Nachlässigkeit ausgefallen sind, sondern auch solche, die sich enge an Stellen aus andern pentateuchischen Büchern anschließen oder auch andere, die jedenfalls einen näheren Zusammenhang mit dem Exodns nicht erkennen lassen, wie Hr. Fr. diese Stellen S. LIII übersichtlich geordnet hat, und manche spätere Lehrer sagen ausdrücklich, die Mechiltha umfasse sämmtliche vier letzte Bücher, wenn wir auch dieser Angabe eine volle Beweiskraft nicht beilegen können. Nun aber mochte dieses große Mechilthawerk seines scharf ausgeprägten althalachischen Charakters wegen bei den Jüngern der späteren Halachah keine Anerkennung gefunden haben. Simon ben Jochai mag zwar — wie wir noch erfahren werden — versucht haben, das Werk der neueren Richtung, der seines Lehrers Aliba, anzupassen, aber Dies geschah Wohl nicht durchgreifend genug, jedenfalls nicht für die Sammlung zum Exodus, so daß diese abseiten liegen blieb; in größerem Maße mag es vielleicht für die andern Bücher von Simon geschehen sein. Allein auch für diese begnügte man sich keineswegs mit der Redaction Simon's, vielmehr unterwarf Chija die Baraitha zum Leviticus, als die wichtigen Opfergesetze behandelnd, einer völligen Umarbeitung, so daß nun Anführungen aus ihr auch unter seinem Namen Vorkommen (vgl. diese Ztschr. VII. 193 H); sein Neffe und Schüler Rab oder Abba widmete dieser nun so redigirten Sammlung seine besondere Sorgfalt, so daß sie auch unter seinem Namen oder unter dem seiner Schule als Sifra debe Rab curfirt. In Betreff der zwei letzten Bücher scheint man sich länger mit der Redaction Simon's begnügt zu *) Dieser Ansicht ist auch Malbim in der Vorr. zu seinem Comm. über Sifra, ,,da er viele Stellen in Midrasch und Jeruschalmi unter dem Namen Chija's (תכי ר חייא) angeführt gefunden, die ihre Quelle in Sifra haben", Chija's Name kommt in Sifra selbst an fünf Orten vor. — Eine Firkowitsch'fche Handschrift wird in dem mir vorliegenden Cataloge (N. 205) bezeichnet mit: בלספלא דד' חייא לבא N2P.