Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 9 (1871)
- Issue
- 1 (1871)
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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10 II. Mechiltha und Sifre. שכיתכח לשרת ללופא ללפאות, legt den Satz aber der Schule Jsmael's bei. Die Identität dieser Sprüche giebtHr.Fr. im Excurse unters. 44 zu. Eine solche Zusammenstellung von Anführungen unter dem Namen Jsmael's wäre auch für Sifre sehr erwünscht. Vorläufig genüge es, noch ferner auf Stellen wie zu Korach 18, 28 (6d. Fr. § 121, 41 a) zu verweisen, wo den Priestern insgesammt die Eigenschaft als ״Chaberim" zugeschrieben wird*), ein Ausspruch, der Sanh. 90 b der Schule Jsmael's beigelegt wird; ebenso wird zu Pinchas 27, 1 (ed. Fr. § 133, 49 b) aus der von hier in 36, 11 abweichenden Rechenfolge der Töchter Zelofchad's die Deutung gegeben, daß sie in ihrem Werthe alle einander gleichstanden, und Baba bathra 120 a erscheint dieser Ausspruch als der Schule Jsmael's angehörig. Zu Khi Theze 23, 18 wird in Sifre (ed. Fr. § 260, Bl. 121 a) die Bed. von קדשת als einer der Buhlerei sich widmenden Frauensperson und von קדש als einem Manne, der zur Unzucht sich gebrauchen, die Päderastie mit sich vornehmen läßt, einfach vorausgesetzt. An dieser Deutung halten auch die beiden jerusalemischen Thargume fest. Allein wie wir aus Sifra zu 20, 13 (Kedoschim Perek 9, 14 f. 92 a ed. Weiß), jer. Sanhedrin 7, 9 und babli 54 b ersehen, ist Dies lediglich die Ansicht Jsmael's. Akiba weist sie ab, ohne seine eigne Auffassung anzugeben, und giebt uns Wohl Onkelos Aufschluß darüber, der hier das Verbot, sich mit nichtjüdischen Sklaven und Sklavinnen ehelich zu verbinden, ausgesprochen findet. Jedenfalls beruht die stillschweigende Voraussetzung des Sifre auf der Lehre Jsmael's. 13 (Achare moth Perek 11, 2 f. 84 b ed. Weiß) in Thoß. Arachin c. 4 vollständig weggeblieben, doch sind sie Chullin 84 a ausgenommen, sogar noch auf einen andern Spruch übertragen. — Die Deutung zu 5 Mos. 21, 15, welche mit בדלך אלץ תכתוב בלדבר beginnt (§ ^15, 113 a ed. Fr.), kommt überhaupt in der midraschischen Literatur nicht weiter vor, als hätte man diesen Tadel gegen die Ehelichung von zwei Frauen etwas zu scharf gefunden, so daß auch die Erklärer daran herummäkeln, während doch diese ethische Auffassung im engsten Zusammenhänge steht mit der folgenden: .תכתוב כלבשלך שבן תבכול לשכיאת ג) Der Schlußsatz בלכאך אבללו וכר in Sifre scheint umgestaltender Zusatz zu sein, der in der Gemara wirklich für die Baraitha fehlt, während der Ausspruch in diesem Sinne dann von Amoraim ausgeführt wird; Jsmael aber, der Priester und Vertreter der alten Halachah, will gerade allen Priestern den Chaber-Charakter aufprägen.