Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 306 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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306 m. Die jerusalemische Gemara. Umschau. Schichten aus verschiedenen Zeiten zu sondern versteht. Nur dadurch gelangt man zu fruchtbaren, das Verständniß des großen Entwickelungsganges im Judenthum herbeiführenden Resultaten. Dem Werke Frankels: Einleitung in den jerusalemischen Thalmud, der neuesten Arbeit auf diesem Gebiete, einem Versuche, wie er für den Jeruschalmi noch nicht unternommen worden, ist sicher weder Ernst der Forschung noch Vertrautheit mit seinem Gegenstände abzusprechen. Wir haben bereits das Verdienstliche des zweiten Abschnitts, die Beachtung der sprachlichen Eigenthümlichkeit, wenn auch bedingt, anerkannt. Besonders hervorzuheben ist der fünfte Abschnitt, welcher eigentlich den Grundstock des Buches bildet und, von S. 53 bis 132 reichend, die Autoritäten der jerusalemischen Gemara alfabetisch aufzählt und bespricht. Allein ein tieferes Eingehn in Geist und Charakter des Werkes, zu dem in Abschnitt 3 ein schwacher Ansatz gemacht wird, wird vermißt, der freie kritische Blick fehlt, und dafür können uns abenteuerlich willkürliche Aufstellungen wie über den Jsmael, Vater Judan's, als Verfasser der Mechiltha, keinen Ersatz geben. 31. August. Umschau. 1. Vereinzeltes aus hebräischen Zeitschriften. Die hebräischen periodischen Schriften haben ihren eignen Leserkreis und Tendenzen, welche diesem entsprechen mögen. Sie haben daher in Deutschland wenig Verbreitung, sowie auch ihr Inhalt nur ausnahmsweise für uns ein Interesse zu bieten vermag. Mir selbst kommt nur hie und da sporadisch ein Blatt zu, und ich habe es schon manchmal für Pflicht gehalten, eine beachtenswerthe Bemerkung einem weiteren Kreise zugänglich zu machen; Dies möge auch in diesen Zeilen geschehen. — Der in Wien erscheinende ״ha- Schachar" hat schon früher sich an manchen Emendationen oder neuen Erklärungen von Bibelstellen versucht; doch sind die wenigsten als glücklich zu bezeichnen. Auch in einer neueren Nummer, von der mir ein Stück vor Augen gekommen, fanden sich solche