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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 4 (1870) · p. Seite 299

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 299 (sequence 59)
Language
German
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III. Die jerusalernische Gemara. 299 mit dem er den freundlichen Verkehr in Gerechtigkeit und Wohlwollen empfahl (Chullin 94, a); er achtete nicht, wie es ja im Geiste der ganzen damaligen Zeit lag, nichtjüdisches Gesinde etwa so geringe, daß in ihrer Gegenwart den Anstand zu verletzen als nicht unziemlich erscheine (Niddah 17 a). Für einen solchen Mann, den ächten Ausdruck babylonischer Gesinnung, während sein Genosse Nab (Abba) von seinem Aufenthalte her in Palästina mehr von der Gesinnung dieses Landes beeinflußt war, für ihn war natürlich das Landesgesetz nicht etwa eine bloße Aeußerung der Willkür, der man sich entziehen möge, wenn es ungestraft geschehen konnte, vielmehr war es ihm vollgültiges Recht, das den Gewissenhaften verpflichtet; das drückt ebenso sein allgemeiner Grundsatz: דיכא דבללכווזא דיכא wie viele seiner einzelnen Rechtsentscheidungen aus 1). 3. Während diese frische Lebensströmung in Babel sich auch in der Literatur ausprägte, lastete umgekehrt der Druck auch auf den geistigen Producten Palästinas. Die Niederschrift der Discussionen, die in Babylonien mächtig anschwoll, blieb in Palästina karg und abrupt. Sie begann, wie allgemein angenommen wird, bereits im ersten Geschlechte nach Rabbi, durch Jochanan, setzte sich einige Geschlechter, etwa zwei Jahrhunderte, fort, um dann plötzlich durch das Hinschwinden der Schulen abzubrechen. Es ist daher natürlich, daß die Sammlung, wie sie uns die jerusalemische Gemara bietet, keine sehr wohlgeordnete ist, obgleich auch die sorgfältiger angelegte babylonische Gemara ihr darin nicht viel voransteht. Sie enthält, wie bereits bemerkt, alte Bestandtheile in größerer Treue, ist in ihren Erläuterungen nüchtern 2), aber auch Samuel's acht babylonisches Gepräge bewährt sich wohl auch, gegenüber Nab, im sprachlichen, phonetischen Gebiete. In Palästina schliff man bekanntlich das 'Ain ab und unterschied es kaum von Atef; so ward ans בל^, den Umkreis der Stadt messen, אבל, aus עיל, Fest, איד, und also sprach es auch Nab aus, während Samuel das 'Ain festhielt (Erubin 53 a. 'Abodah sarah 2 a. j. Berach. e. 8, wo wohl in Bezug auf איד die Autoritäten verwechselt sind). Ja das 'Ain tritt sagar bei ihm hervor, wo es nicht berechtigt ist, wie in יי׳גותו für יאותר lj. das.), gerade wie das babyl. Thargum 22ל festhält gegen das regelrechtere אלע des jerus. und dgl. 2) Wenn Frankel 33 b dem Jer. Sanh. 6. 8 Ende gegenüber dem Babli das. 72 b, eine entlegene Deutung aufbürdet und mit bewunderndem Ausdruck die des letzteren für viel vorzüglicher ausgiebt, so ist Dies höchst auffallend.

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