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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 4 (1870) · p. Seite 276

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 276 (sequence 36)
Language
German
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276 II. M. Rosenberg und K. Köhler. es Träger des jüdischen, rabbinischen Geistes inmitten einer thätigen Gesammtheit waren. Nur noch die Frage über: 6. Ort und Zeit der Entstehung und Abfassung bleibt uns zu besprechen übrig. Die erste Frage, nach dem Orte, können wir rasch und kurz nach dem Bisherigen beantworten mit besonderer Verweisung auf Zunzen's Gottesd. V. S. 80. Sowohl der sprachliche Charakter wie das Interesse für palästinensische Orte, für die palästinensische Sprache (לישן בית קודעוא siehe Zunz das.) und Sage (siehe oben zu ילידי <תד8א) , für palästinensische Schuleinrichtungen und die palästin. Hagada weisen mit Sicherheit auf Palästina als die Heimath unseres Targums hin. Weniger sind wir im Stande, die Zeit der Entstehung und Abfassung mit einiger Bestimmtheit zu ermitteln. Die Entstehung in dem bisher erörterten Sinn können wir ungehindert hoch hinauf rücken und hier wäre jede Bestimmung eines terminus a quo innerhalb der christlichen Aera, wenn nicht unbedingt falsch, doch mindestens sehr gewagt, da wir schon in der vorchristlichen Zeit ein fertiges Targum zum Buche Hiob antreffen (Maff. Soferim 5, 15.). Die in der Uebersetzung gegebenen Merkmale verbieten uns, die Grundanlage derselben tiefer als das 4te Jahrhundert p. Ehr. zu setzen. Die bedeutende Zahl von Ab- Weichungen vom mafforetischen Text führt uns in die Zeit der ältesten midraschischen Schriftstellerei, die einer viel älteren massoretischen und halachischen Schicht angehören als die eigentliche talmudische Literatur. Jene mafforetischen Lesevarianten oder Keri's sind dem Targum ganz unbekannt; es hat meistens eine mit dem Kethib übereinstimmende Uebersetzung und beweist somit auch hier seinen vormassoretischen Charakter. Wenn es in den betreffenden Parallelstellen mit dem jerusalemischen Pentateuchtargum, mit dem Propheten- und dem Targum zu den Psalmen eine wörtliche Uebereinstimmung zeigt, so beweist das noch immer nicht die Abhängigkeit von dem im 8ten Jahrhundert p. Chr. abgeschlossenen Werke, sondern höchstens von der sicher in der vorchristlichen Zeit bereits entstandenen und blühenden Uebersetzungsthätigkeit, die sich über den Pentateuch, die Bücher der Könige und die Psalmen erstreckte und einen festen Typus auch für die anderweitigen Parallelstellen festsetzte. Was die Schule dort lehrte, das hatte man sich auch zur

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