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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 4 (1870) · p. Seite 273

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 273 (sequence 33)
Language
German
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»Das Targum der Chronik. 273 worden waren, durch allmähliche Niederschreibung und Fortbildung, von einzelnen Randglossen zu großen Paraphrasen fortschreitend, ihren eigenthümlichen Charakter bekommen haben, so daß sie auf der einen Seite so viele gemeinsame Züge und auf der anderen wiederum so viele eigenartige Mannigfaltigkeiten zeigen. Wie diese Anschauung über das ganze dunkle Gebiet der Targum- und Uebersetzungsliteratur ein klares Licht verbreitet, wie sie uns den Charakter der Heiligkeit und die hohe allgemeine Geltung und zugleich die eigentliche Namenlosigkeit dieser Schriftgattung, nachdem einmal die neuere Forschung die Namen des Onkelos und Jonathan in die Reihe der mythischen Kollektivnamen gestellt hat, aus der unbestmimten Gesammtthätigkeit der Volkslehrer und Rabbinen zur Genüge erklärt, so gibt sie auch im Einzelnen über den Bestand vielfacher Doppelrecensionen und einzelner Glossen und Varianten befriedigenden Aufschluß, indem sie diese Thätigkeit den späteren verschiedenen Sammlern und Redactoren zuschreibt. Hiernach werden wir auch über die äußere Geschichte und Beschaffenheit unseres Targumtexres uns eine bestimmtere klarere Ansicht aneignen, die dahin geht: Der Text unseres T. ist allmählich zu Stande gekommen; er wurde anfangs nur mündlich fortgepflanzt und nur die schwierigeren Worte hat man nach und nach sich am Rande ausgezeichnet. So ist der sprachliche Grundstock derselbe geblieben; die Schule oder die Tradition war die gemeinschaftliche Quelle oder sagen wir lieber, ״die ausgetünchte Cisterne, die keinen Tropfen verliert" für die hagadische Deutung. Der redaktionelle Abschluß jedoch geschah nicht zu gleicher Zeit und von gleicher Hand. Dieverschiedenen Targumtexte sind von verschiedenen Redactoren abgefaßt und verhalten sich zu einander wie die beiden Recensionen des jerusalemischen Pentateuchtargums. B. Zweck der Abfassung. Diese geschichtliche Auffassung über die Entstehungsweise uns. T. wird uns dann um so klarer werden, wenn wir auch nach dem Zwecke forschen, dem unter allen übrigen ganz besonders unser Targum sein Dasein zu verdanken hat. Da hat man allerdings bisher, seit Bartolocci und Zunz in s. Gd. V., die sabbathliche und festtägliche Synagogenvorlesung als die Urheberin der gesamwten Targum- und Uebersetzungs- Vierteljahresschrift vm. 4. 18

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