Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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272 II M. Rosenberg und K. Köhler. fasser herrühren kann, was man mit Hinweis auf den grundverschiedenen Sprachcharakter der einzelnen Targg. schon verschiedentlich bemerkt hat, so auch unser Chroniktarg. sowohl von dem sögenannten jonathanischen zu den Propheten als auch von dem jerusalemischen Pentaleuchtarg. sich durch charakteristische Merkmale unterscheidet. Schon Beck weist darauf hin, daß während bei Jonath. die Partikel ארי und כען allein gebräuchlich sind, unser Targ. dafür das provinzialistisch verschiedene אדום und כדון hat. Diesen Sprachmerkmalen könnten noch viele hinzugefügt werden, wie die jonathanischen Ausdrücke אם ,על כך ,אבדל ,סחור סחור, die den in uns. Targ. gebräuchlichen אין ,בגין כן ,צבח ,חזור חזור u. s. f. gegenüberstehen. Und wie weit ist die Einfachheit der Paraphrase im Ion. von der weitschweifigen des Chroniktarg. verschieden. Ebenso hat das letztere einen größeren Deutungs- und Sagenschatz vor dem jerusalemischen Pentateuchtarg. in den leicht vergleichbaren Parallelstellen voraus, ja wir sehen aus diesem sogar eine Variante als לא angemerkt und in den Text hereingezogen, siehe oben. Auch läßt sich in einzelnen Ausdrücken noch eine gewisse Verschiedenheit erkennen, z. B. daß das Pentt. häufiger בגין, uns. T. häufiger מטול gebraucht und ähnl. — In Bezug auf die Autorschaft des R. Joseph der 325 p. Ehr. gelebt, urtheilt schon Buxtorf nach Walton's Prolegg. zu d. Polyglott. I p. 34 richtig: Hagiographorum versio vulgo adscribitur R. Josepho, sed a variis auctoribus facta et non ante ann. Chr. 600, und das gilt auch von unserem Targum insbesondere. Lassen wir überhaupt die auf falschen Voraussetzungen beruhende Frage nach einem bestimmten Verfasser auf sich beruhen und befreunden wir uns mit der gesunden Ansicht einsichtsvoller Forscher neuerer und neuester Zeit ג) , daß bei den Targumim überhaupt nicht von einem bestimmten Verfasser, sondern höchstens von einem Redactor die Rede sein kann; daß diese vielmehr aus einer großen und langjährigen gemeinsamen Lehrthätigkeit, die nicht durch einzelne bestimmt und abgegrenzt zu denken ist, hervorgegangen sind und, nachdem sie lange Zeit mündlich fortgepflanzt *) Siehe Ass. de Rossi,im Meor Enajim III 9, Elias Levita Vorr. zum Methurgeman, Bortolocci bibl. rabb. I p. 406 ff. Berthold's Einleitung in's alte und neue Test. p. 571 f. Zunz und Geiger in Geiger's wiss. Zeitschr. für jüd. Theol. B. III. S. 250 und Levy das. V. S. 175.׳ —