Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 8 (1870)
- Issue
- 4 (1870)
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2420973-2421001-2421004--2537-2423630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Das Largum der Chronik. 271 dies der Fall, so blieben jene gewaltigen Verschiedenheiten des Textes, jene tiefen Spuren historischer Entwicklung und Umbildung der Volkssprache innerhalb des Zeitraums dieser Oodd. unerklärte Erscheinungen. Setzen wir hiernach der gewöhnlichen Annahme einer Jdentitat unserer beiden Codd. ein negatives Ergebniß entgegen, so ist es dem letzten Theil unserer Abhandlung Vorbehalten, ein positives Ergebniß an deren Stelle zu setzen; handeln wir also: HI. Ueber die Entstehung und Abfassung unsres Targ. A. Der oder die Verfasser. In der unkritischen mittelalterlichen Zeit hat man sich die Frage nach den Verfassern der Targumim auf eine sehr bequeme Art beantwortet. Man fand für das früh zum Abschluß gekommene babylonische Targ. zum Pentateuch den gefeierten Namen des Aquilas-Onkelos vor; für das Prophetentarg. hatte man den von der Sage hochgehaltenen Namen des Jonathan ben Usiel. Man brauchte also nur noch einen dritten Namen von Autorität für das Hagiographentargum, und der wurde gefunden in R. Josef (dem Blinden), dem im Talmud oft als verlässige Autorität genannten Bibelerklärer oder Targumisten (siehe z. B. Baba kama 3b u. s.). Diese geläufige Ansicht sucht nun Beck in der Vorrede auch in Bezug auf die Chronik als einen Theil der Hagiographen mit schwachen Gründen ״wahrscheinlich" zu machen, indem er auf die Uebereinstimmung der Fabel I Ehr. 2, 54 mit Targ. Ruth 4, 20 oder der Namensschreibung הונגראי I 5, 10 mit Targ. zu den Psalm. 8, 7 und vorzugsweise der Erklärung von נלפלצת mit dem Ausspruch Rab Josephs in Aboda Sara 44a aufmerksam macht. Wilkins erhebt diese ״Wahrscheinlichkeit" zu einer solchen zuverfichtlichen Bestimmtheit, daß er geradezu auf das Titelblatt die Worte setzt: auetore R. Josepho rectore academiae in Syria (für סודא!). Andere (Juchasin und Wolf bibl. hebr. II 1167) schreiben das Hagiographentarg. dem Jonath. b. Us. zu; Elias Levita, in den Vorreden zum Methurgeman und Thisbi, ist, durch sein richtiges Sprachgefühl geleitet, geneigt, den jerusalemischen Targumisten zum Verfasser des Hagiographentarg. zu machen. — Bei näherem Vergleich läßt sich jedoch leicht darthun, daß, wie überhaupt das Targum zu den Hagiographen nicht von einem und demselben Ver-