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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1870-01-01 · 4 (1870) · p. Seite 250

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
8 (1870)
Issue
4 (1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 I. Reuchlin und das Judenthum. Reuchlin's Einwirkung auf die wissenschaftliche Erfassung des Judenthums ist demnach sehr hoch anzuschlagen. Er war der Erste, geben, und wird dort (Anm. 4) noch auf drei mißverstandene Stellen aufmerksam gemacht. Es dürfte nicht ohne Interesse sein, noch Einzelnes hervorzuheben. Der Dichter warnt seinen Sohn vor der ״griechischen Weisheit", er solle sich von ihr abwenden, und fügt hinzu: ולא תקרב לך אבלרין כ־וייא. Das übersetzt R.: Et verba Nasdaraea ne receptes, W. ist still, und so scheint es, daß auch M. nichts Besseres als solch Unverstandlichen Satz giebt. Es heißt aber: ״Nähere Dich nicht (dem Weinberg), sagt man, o Nasaräer", ein thalmudischer Spruch, welcher einschärft, die Verlockung zu meiden, den hier der Dichter nun auf seinen Gegenstand anwendet. Sie bringt Dich, mein Sohn, fährt er fort, in Verwirrung,!וככלעט אונידד! לידי כפירה, bei R.: Vel in manus saltem expiationis, wieder mit verdächtigem Schweigen W.'s, es muß heißen: und fast möchte ich sagen zur völligen Gottesleugnung. Beschäftige Dich vielmehr mit Grammatik und Bibel, vorzugsweise mit Gemara, um gehörig Bescheid zu wissen über ״Verbotenes und Erlaubtes", zwischen ״Tauglichem und Untauglichem" unterscheiden zu können ודין‘ שור בור ובלבעה עם בערה. Das übersetzt R. dunkel, aber, wie es scheint, mochte er Wohl das Richtige wissen: 86nt6ntii8 Schor Borque, legibusque (Cor applica), M. irrt ganz ab, wenn er es wiedergiebt: Et judicium bovis pari, et quod necessarium est in bestia; W. endlich meint, R. habe wohl richtig gesehen, daß hier auf den שור הבר der Thalmudisten angespielt werde. Allein an diesen fabelhaften wilden Ochsen denkt der Dichter — auch Reuchlin — gar nicht, vielmehr an die vier Arten der Schadenstiftung, von denen Exod. 21, 27—33. 22, 4. 5 (5. 6) handelt, nämlich den Stoß durch den Ochsen, den Fall in die offengelassene Grube, das Abweiden fremden Feldes und die Brandstiftung, und welche der Thalmnd weitläufig ausführt. — Später ermahnt der Dichter zur geistigen Feier der Feste, die nicht blos mit Schlemmen begangen werden dürfen, und fügt hinzu: ואך הי יום בלנוחה יום שביעי , וזה טעם וסוד כפש יתרת. Seltsam R. mit Schweigen Ms: Sedj nt quiescas, septimus dies est. Et ejus hoc mysterium modusque . . . , es heißt: umsomehr den Tag der Ruhe, den siebenten, und Dies ist der tiefere Sinn der Doppelseele (die dem Israeliten am Sabbathe verliehen sein soll, nämlich die höhere geistige Erhebung dieses Tages). — Sprich mit dem Munde, sagt er später, wie du's im Herzen denkst, nicht הבן1 2תר בדברי תמערת. Das übersetzt R. (vielleicht nach einer etwas abweichenden LA.): Non nt zohar specn libris citatus; daraus weiß allerdings W. keinen Sinn herauszubringen, aber auch nicht aus der des M. und was er selbst vermuthet, entfernt sich am Allerweitesten von der Wahrheit, während M. wörtlich richtig übersetzt: non nt filins Zohar in verbis speluncae, wobei man nur nicht weiß, ob er auch den richtigen Sinn damit verbindet. Dieser ist, daß 'Efron, Sohn Zochar's — nach der midraschischeu Deutung — bei der Verhandlung über den Verkauf der Höhle zu

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