Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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314 Recensionen. die ältere Constantinopler Ausgabe und die Handschrift, die Pococke zu Gebote stand, treuer die Worte S.' wiedergeben. Die Uebersetzung ist daher nur mit der von Pococke veranstalteten Vairanten-Sammlung zuverlässig zu gebrauchen. Ein jeder neue Beitrag aber zur Feststellung des Saadiasschen Textes nach Handschriften muß uns sehr willkommen sein, und das ist ein wesentliches Verdienst des Hrn. Lagarde im ersten Hefte der ״Materialien." Dasselbe enthält nämlich eine arabische Uebersetzung des Pentateuchs, und Hr. Lagarde stellt richtig fest, daß ״die beiden ersten Bücher, Genesis und Exodus, des von einer und derselben Hand geschriebenen Bandes, der nämlich aus dem Nachlasse Levin Warner's stammenden Leydener Handschrift (arab. 377), dem Saadja gehören, die drei übrigen aus dem Syrischen stammen." Diese letzte arabische Tochterübersetzung ist ohne Werth, Wohl aber ist das Saadias'sche Bruchstück kein unwichtiger Beitrag zur Kritik dieser einflußreichen Uebersetzung. Daß die Handschrift genau und correct abgedruckt ist, dafür bürgt die bekannte fast peinliche Sorgfalt Lag.'s. Sonst freilich verwerthet der Herausgeber diese neue Handschrift von Saad. nicht, und geht er nicht daraus ein, durch Vergleichung mit den andern vorliegenden Hülfsmitteln die Ausbeute für Feststellung des richtigen Saadias'schen Textes zu sichern. Ich behalte mir vor, den daraus zu ziehenden wissenschaftlichen Gewinn zugänglich zu machen und begnüge mich daher hier mit der vorläufigen Anzeige. Das zweite Heft der ״Materialien" enthält eine Compilation aus Kirchenschriftstellern zur Erklärung der Genesis. Diese Werthlose Catena nennt Hr. Lag. Wohl nicht mit Recht einen ״Midrasch völlig in der nationaljüdischen Art", denn der schlechteste Midrasch hat doch noch das voraus, daß er das hebräische Original selbstständig aufzufassen weiß, während hier ein später arabischer Christ aus ihm vorliegenden Uebersetzungen in aller Befangenheit und Unwissenheit die barokkesten Mährchen zusammenstellt. Nicht einmal sonst unbekannte Schriften benutzt der Compilator, so daß wir von neuen Werken Einiges erführen; Stellen, welche H. Lag. als aus uns unzugänglichen Apokryphen entlehnt glaubt oder doch für unauffindbar hält, und die er als solche S. XV zusammenstellt, gehören ganz einfach unseren kanonischen Schriften an. So ist S. 9 Z. 26 aus Ps. 62, 12, S. 113 Z. 1 aus Jer. 9, 20, S. 116 Z. 35