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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 313

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 313 (sequence 73)
Language
German
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Lagarde. 313 Satz gelten darf. I, 231, 14 ff. wird berichtet, die Davididen hätten aus Betaris ein einziges Exemplar der hebräischen heiligen Schriften mit sich genommen, aus dem dann die andern kopiert wären. Diese Nachricht empfängt eine Bestätigung noch;durch einen, passim im zweiten Hefte dieses Werkes besprochenen Umstand. Die Chronologie der Patriarchen vor Noe ist im masoretischen Text offenbar gefälscht (!!), um die mit Hülfe der LXX angestellten Berechnungen der Christen zu widerlegen, nach denen der Messias im Jahre 5500 der Welt erschienen war. Solche Fälschungen (welche die Kirchenväter so oft den Juden vorwarfen) sind nur denkbar, wenn sie an Einem Exemplare vorgenommen werden konnten, aus dem alle übrigen Abschriften des Textes zu entnehmen waren. Aquila (meine r61i<1uia6 graecae 1856 XLI, meine Clementina Vorrede 13 ff.) hat seine Uebersetzung offenbar nur angefertigt, damit das im Interesse des grimmigsten Christen- Hasses gedokterte (!!) hebräische alte Testament ja den anständigen ״Gebildeten" nicht unbekannt bliebe, denen hebräisch zu lernen nicht füglich zugemuthet werden konnte." Diese edle Auffassung der Textesgeschichte gründet sich auf die abenteuerliche Sage eines christlichen Autors, der seine Unwissenheit und seine Verwirrung der Chronologie auf jeder Zeile bekundet, gründet sich aus die unmögliche Behauptung einer Fälschung der Chronologie der Patriarchen vor Noah im maßorethischen Texte, während eine besonnene Forschung zu einem ganz andern Resultate gelangt (vgl. diese Zeitschr. Bd. I, S. 174 ff.) Die späteren jüdischen Bibel-Uebersetzungen bieten kaum mehr etwas Ersprießliches zur Kritik und Geschichte des Textes; sie haben sämmtlich den unsrigen vor sich gehabt, nur wenige und untergeordnete Abweichungen, vorzugsweise in der Punetation, lassen sich Nachweisen. Sie können blos die Geschichte der Exegese illustriren. Dies gilt zumal von des Saadias arabischer Uebersetzung. Sie war weit verbreitet und von maßgebendem Einflüsse auf die Auffassung der Bibel nicht blos unter Juden, sondern auch unter Samaritanern und unter Christen arabischer Zunge. Gerade dadurch hat auch diese Uebersetzung in ihren Abschriften manche Umarbeitung erfahren, und die Gestalt, in welcher sie zunächst unter uns bekannt geworden, nämlich nach der Recension der Polyglotten, ist eine solche, welche mancher Umwandlung unterlegen, während

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