Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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312 Recensionen. sorgfältig bearbeitete Beitrag zur Kritik der 70 ist daher von Werth, und bei der an Lag arde bekannten Akribie ist seine Ausgabe der griechischen Genesis wie der Hieronhmischen Huu68tion68 zur Genesis als Bereicherung unseres kritischen Apparates willkommen zu heißen, letztere noch besonders, weil sie auch über den Stand der damaligen jüdischen Bibelexegese Aufschlüsse geben und uns nun in einer handlichen Separatausgabe zugänglich sind. — Mit dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert erwachte unter den Juden der Eifer für die correcte Herstellung des hebräischen Urtextes sehr lebhaft. Diesem Eifer verdankt man auch die Anfertigung neuer griechischer Uebersetzungen, indem man sich überzeugte, daß die ältere, bis dahin übliche theils auf sehr unsicheren Grundlagen ruhte, theils sehr willkürlich Verfahren war. So entstand die Uebersetzung des Aquila, die mit ängstlichster Treue den gereinigten Text wiedergab, während Shmmachus mehr eine sinngetreue, verständlich lesbare, den damals herrschenden Ansichten entsprechende Uebersetzung beabsichtigte*), Theodotion sich an die 70 anschloß und sie nur zu berichtigen unternahm. Es ist ein großer Verlust für uns, daß uns diese drei neuen Uebersetzungen nicht vollständig aufbewahrt sind; doch erkennen wir aus den erhaltenen Bruchstücken, daß ihr Text im Ganzen und Großen mit dem unsrigen übereinstimmt, und ebenso hat man sich nun überzeugt, daß dieser, der sog. maßorethische Text, der Gestalt, welche die biblischen Schriften bei ihrem letzten Abschlüsse erhalten, möglichst nahe kommt, was natürlich weder die Untersuchung über die frühere mehrfache Umarbeitung dieser Schriften noch die Annähme noch mancher späterer kleiner Aenderungen ausschließt. Im Gegensätze zu diesem wohlbezeugten Resultate stellt Herr Lagarde in dem Vorworte zu den ״Materialien" eine Ansicht auf, die wir als eine Probe seltsam launenhafter Kritik dem Leser nicht vorenthalten wollen, ohne daß wir weiter ein Wort der Beurtheilung hinzufügen wollen. Die Worte lauten (S.XU): ״Schon 1863 habe ich in den Anmerkungen zur griechischen Uebersetzung der Proverbien nachgewiesen (!!), daß alle hebräischen Handschriften des alten Testaments aus einem einzigen Exemplare stammen. Jetzt veröffentliche ich eine mir damals unbekannte Notiz, die als ein historisches Zeugniß (!!) für jenen damals nur durch Combination gefundenen f) Vgl. diese Zeitschr. Bd. I. S. 39—64.