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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 307

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 307 (sequence 67)
Language
German
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Johannes Pfefferkorn. 307 Geschenke nicht angenommen haben sollte und sich dadurch sein Schweigen hätte erkaufen lassen. Daß er dies nicht gethan, sondern die angefangene Sache mit allen Mitteln zu Ende zu führen versucht hat, zeigt, daß er aus Fanatismus gehandelt, den wir verdämmen mögen, weil er sich verdammenswerther Mittel zur Erreichung eines für unsere Begriffe von Freiheit und Humanität verwerflichen Zweckes bediente, aber nicht aus Gewinnsucht, die sich kein anderes Ziel vorsteckt, als möglichst viel Geld auf die leichteste Weise zu erpressen. An die Vorwürfe, daß unlautere Motive Pfefferkorn bestimmt hätten zum Christenthum überzutreten, daß ebenso unlautere Motive seine ganze Handlungsweise hervorgerufen und ihn in derselben bestärkt hätten, reiht sich der an, daß gleiche unreine Beweggründe ihn veranlassen könnten, auch den christlichen Glauben wieder zu verlaßen. Daß er dies nicht gethan hat, bedarf Wohl keines näheren Beweises; es ist durch seine Schriften und andere Zeugnisse genugsam dargethan, daß er bis zum Jahr 1521 als Christ gelebt hat. Schon Reuchlin sagt, daß er, bereits im Jahre 1509, in dieses fällt der Besuch Ps.'s bei ihm, von dem in der Stelle die Rede ist, nicht von der Aufrichtigkeit seines Christenthums überzeugt gewesen sei und ihn gewarnt habe, anders zu scheinen, als er im Innern sei. 0 Auch die Dunkelmännerbriefe zweifeln sehr an der Aufrichtigkeit seines Christenthums; sie geben das mit immer neuen, mehr oder minder witzigen Bemerkungen zu erkennen. * 2) Diese Beschuldigung gegen Pf. wurde durch einen äußeren Umstand begünstigt, den die Humanisten nicht vorübergehen ließen, ohne ihn für ihre Zwecke gehörig ausgebeutet zu haben. Im I. 1514 wurde zu Halle ein, wie es in verschiedenen, über dieses Ereigniß erschienenen Flugschriften 3) heißt, wegen mannigfacher Verbrechen *) Augenspiegel Bl. XXXIX b. Auch die Stelle im Briefe Reuchlins an Collin Epp. ill. vir. s la: .... cum suspicione reditus ad vomitum kann ich nicht anders verstehen, als daß damit auf einen Rücktrit Pf.'s zum Judenthum gedeutet ist. 2) II, 14. 30. 61 über das Mißtrauen gegen getaufte Juden überhaupt vgl. de Wette: Luthers Briefe V, S. 180. 3) Sie sind angeführt und zum Theil abgedruckt bei Böcknig Iudex bibliogr. Hutten. IX, a. b. c. in Huttens Werken I, S. 12 *, Bd. III, S. 20*

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