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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 294

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 294 (sequence 54)
Language
German
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294 IV. Ludwig Geiger. Leo n da Modena bis Sabbatai Zewi und Mnen äußersten Ausläufern bildet. Der Kampf wurde hervorgerufen durch Johannes Pfefferkorn, der vom Jahre 1507 an in Schriften und durch anderweitige4 Thätigkeit die Vernichtung der jüdischen Bücher herbeizuführen strebte; er wurde fallen gelassen, indem nach vielen eingeholten Gutachten, worunter auch das Reuchlin's, ein in dieser Sache erlassenes Schlußschreiben des Kaisers Maximilian an den Erzbischof Uriel von Mainz, das die Angelegenheit auf einem Reichstag zum Austrag zu bringen verhieß, nie seine Erledigung fand, und die Bücher, die nach anfänglicher Confiskation bereits wieder in die Hände der Juden gelangt waren, in ihrem ungestörten Besitze blieben. Er wurde zurückgedrängt in der Erinnerung durch den Reuchlin'schen Streit, hinter dem er auch seiner Bedeutung nach weit zurückblieb?) Bleiben wir eine Weile bei dem äußeren Leben Pfefferkornes stehen. Er war als Jude geboren. So lange er Jude war, führte er den Namen Joseph. * 2 3) Seinen Zunamen Pfefferkorn hat er ohne Zweifel bereits als Jude geführt und nicht erst bei seiner Taufe angenommen. Er erwähnt selbst einen Vetter gleichen Namens, Meir Pfefferkorn, von dem er sagt: ״die Juden haben auch keinen solchen Hochgelehrten mehr," dessen wahre wissenschaftliche Bedeutung aber nicht so groß gewesen zu sein scheint?) Von ihm will er in seiner Jugend unterrichtet worden sein. Auch sonst ף Auf diese Ereignisse kann ich nicht weiter eingehen; für das Thatsächliche verweise ich auf Grätz, Geschichte der Juden, Band IX’, S. 73—־ 211, der vieles Neue zuerst ans Licht gestellt hat, aber die beiden Angelegen- Herten in ungehöriger Weise verwirrt und iw Einzelnen große Flüchtigkeit zeigt. 2) Anfang des Speculum adhortationis Judaicae: qui ex Judaismo cum diceretur Joseph... 3) Daß dieser ־— Grätz nennt ihn Noten S. XXI ohne Grund seinen Oheim -— überhaupt existirt habe, dafür glaube ich, außer der von Grätz gebrachten Nachricht eine andere Notiz verwerthen zu können, in der auch das Zeitalter dieses Pfeff. durch Nebeneinanderstellung neben einen jüdischen Gelehrten aus dem Ende des 15. Jahrh. bestimmt wird. Denn so muß die Stelle erklärt werden, wie ich gegen Zunz glaube geltend machen zu dürfen, vgl. dessen Analekten in Geiger's wiss. Ztschr. f. jüd. Theologie 4. Bd. 1839 S- 202 u. A. 18.

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