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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 292

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 292 (sequence 52)
Language
German
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292 III Der Stamm Benjamin. der Satz: die Hand, die Hand Gottes schützt den ganzen Tag. Der Satz ist verstümmelt, was thuts? ist ja auch die Ehre Benjamin's zerpflückt.*) Das ist in kurzen Zügen die Geschichte des Stammes Benjamin, sie ist zugleich die Geschichte der innern Stürme in dem alten Gesammt-Jsrael. 25. August. *) Betrachten wir übrigens diesen Vers, nämlich den Spruch über Benjamin im Segen Moses', entsprechend den bisherigen Erörterungen, etwas genauer. Es ist eine sehr schöne Bemerkung Ko hler's (Segen Jakobs S. 5), daß V- 11 , Kraft im Kriege erflehend, sehr wenig für den in das priesterliche Gewand gehüllten Stamm Levi paßt, an dessen Ende er steht, hingegen gerade einen geeigneten Schluß für den Segen über Juda bildet. K. nimmt daher an, daß V. 7 und V. 10 zusammengehören, ersterer nach V. 10 stehen muß. Die Versetzung mag später vorgenommen worden sein, im Sinne des in der zweiten Tempelperiode herrschenden Priestergeschlechtes, und auf die Hasmonäerkämpfe bezieht den V. in der That das jerusalemische Thargum (Urschrift S. 479) und nach ihm Bereschith rabba c. 99, Schocher tob zu Ps. 67, Thanchuma zu Par. Wajechi, Raschi z. St. — Heben wir nun diese Versetzung auf, so schließt sich der Segen über Benjamin, ganz den politischen Zuständen angemessen, eng dem über Juda an, und zwar nicht blos der Reihenfolge nach, sondern auch in der Satzverbindung und dem Inhalte nach. Der Segen über Benjamin beginnt, abweichend von dem Segen über alle andern Stämme, ohne Verbindungswort ״und" vor dem Stammesuamen und zeigt gerade damit, daß er gewissermaßen nur einen iutegrirenden Theil von dem Segen Juda's bildet (der nivellirende Samaritaner fügt irrig das Wav hinzu). Aber auch dem Sinne nach, glaube ich, ist Alles was von Benjamin gesagt ist, aufs Engste mit Juda verbunden; es muß nämlich übersetzt werden: ״Zu Benjamin sprach er: Rebling Gottes! Er (Benjamin) ruht sicher bei ihm (bei Juda), (dieser) breitet Schutz aus über ihn (über Benj.) den ganzen Tag, und er (B.) wohnt zwischen seinen (Juda's) Schultern." Das ist die treffendste Schilderung Benjamin's seiner Lage und seiner Stellung nach zu der Zeit, welche dem Dichter vorschwebt.

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