Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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- Joab 1× ep/1005321
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III. Der Stamm Benjamin. 291 zogen, dorthin eine große Anzahl tapferer Schaaren ״von den Brüdern Saul's, von Benjamin" zu ihm huldigend übertreten (1 Chr. 12, 2 ff., vgl. V. 16. 29). Er scheint auch dem Stamme Benjamin, als dem eigentlichen Erbberechtigten des jerusalemischen Heiligthums, eine gewisse priesterliche Würde beizulegen. Bei der sündhaften Zählung, die Joab widerwillig auf das Geheiß David's vollzogen, berichtet er, habe Joab dieselbe doch jedenfalls bei Levi und desgleichen bei Benjamin unterlassen (21, 6). Er läßt durch Rehabeam bereits neue Festungen in Benjamin anlegen (2 Chr. 11, 11), was der Vers, des Königsbuches erst unter Aßa beginnen läßt. — Ebenso müssen die überkommenen Nationalschristen, Hochverehrtals gerettete heilige Ueberreste aus der Vergangenheit, sich nun mannichfacher Ueberarbeitung in judäischem Sinne unterwerfen, auch die Stellen, welche Benjamin's Ehre verletzen konnten, mußten Weichen?) — Im gerade entgegengesetzten Sinne mußten die Samaritaner, wie nun die Nachkommen aus dem Reiche Ephraim heißen, verfahren. Die heiligen Nationalschriften durften Nichts enthalten, was Juda's Uebergewicht bestätigen konnte. Alle Schriften neben dem Pentateuch, von denen die meisten starkjudäische Bestandtheile enthielten, wurden schlechtweg verworfen, nur der Pentateuch, als mosaischen Ursprunges, beibehalten. Aber auch er mußte sich eine Redaction in ephraimitischem Sinne gefallen lassen, das Juda Günstige wurde umgestaltet oder umgedeutet?* **)) Auch dem mit Juda engverbündeten Benjamin mußte die ihm erwiesene Ehre geschmälert werden. Fassen wir, mit Uebergehung zweifelhafterer und unbedeutenderer Aenderungen***), nur eine offenbar tendentiöse Correetur ins Auge. Benjamin wird im Segen Moses' (5 Mos. 33, 12) ״der Liebling Gottes" 'ידיד ד genannt, und er heißt unzweifelhaft so als treuer Verbündeter Juda's, als der Stamm, in dessen Erbe eigentlich Jerusalem lag. Eine solche bevorzugende Bezeichnung mußte in dem Samaritaner arges Mißfallen erwecken; er zerstückt den ״Liebling" und macht daraus, sinnlos genug und zugleich ungrammatisch im Zusammenhänge, ״die Hand, die Hand", יד יד, er läßt das alsbald folgende יי^ zurück, und so lautet *) BF^obcii S. 284 und S. 289 Anm. **) Vgl. Ztichr. der DMG. Bd. XX S. 157 ff. ***) Vgl. das. Bd. XXI. S. 279 fs. 19*