Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 7 (1869)
- Issue
- 4 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 271 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Begründungen. 271 Wir haben bisher von der Bitte im neunten Spruche gehanbeit; betrachten wir schließlich noch kurz die Lobesformel im zweiten. Diese, die nach der palästinischen Anordnung der Mischnah noch zu einem früheren Zeitpunkte beginnt als die Bitte, wird von keiner Seite aus beanstandet, und der Grund dafür ist Wohl einfach in Folgendem zu suchen. In der Mischnah ist, wie oben bemerkt, über den Zeitpunkt, mit welchem der Ausspruch des Lobes beginnen soll, Meinungsverschiedenheit. Während die zur Geltung gelangte Ansicht Josua's feststellt, es solle mit Schemini 'Azereth begonnen werden, will Elieser den Anfang schon mit dem ersten Tage des Hüttenfestes gemacht wissen. Dem setzt Josua nun entgegen, wenn der Regen in den sieben Tagen des Hüttenfestes falle, so sei Dies ja kein Zeichen des Segens*), das heißt, wenn er auch dem Boden nicht nachtheilig sei, verhindere er doch das Verweilen in der Laubhütte, störe also die Festesfreude. Das kann Elieser zwar nicht in Abrede stellen; allein, bemerkt er, ich habe ja nicht verlangt, daß man vom ersten Tage des Hüttenfestes an um Regen bitte, sondern nur, daß man das Lob ausspreche: der den Wind wehen und den Regen fallen läßt zur rechtenZeit**), was man auch an Tagen sagen könne, an denen die rechte Zeit noch nicht herangekommen. Diese Erwägung war es Wohl auch, die, wenn sie auch dem nun einmal hinter Josua zurückstehenden Elieser nicht zu Gute kommen sollte, doch jedenfalls das Bedenken zurückdrängte gegen den frühen Zeitpunkt am Schemini 'Azereth, da man ein solches Lob auch zu einer Zeit sprechen konnte, in welcher der Regen noch nicht zuträglich sein mochte. Freilich wäre dann folgerichtig die Dankesformel das ganze Jahr hindurch zu sprechen, und Elieser giebt wirklich (in der Baraitha) zu, daß man Dies könne: אם בא למזכיר כל משגמ *) So die correctere Lesart des Ieruschalmi: אין מגשמים סינלן ברכזר; die LA. des Babli, die auch in die Mischnah-Ausgaben eingedrungen: א' מג' אלא סיבלן קללמ will wohl auch nichts Anderes sagen, bedient sich aber eines viel zu schroffen Ausdruckes. **) משיב מרוח ונלוריד מגשם בעונתו. So, mit ׳-בעויתו lautete auch wohl ursprünglich die Formel ganz richtig, und man hat vielleicht in Palästina das letzte Wort zurückgelassen, weil man glaubte, daß man, mit Schemini Azereth beginnend, die Formel ja rechtzeitig sage, also dieser Zusatz überflüssig sei. Es wäre wohl in der Ordnung diesen Zusatz wieder aufzunehmen, doch ist die Aenderung von zu geringem Belange.