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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 269

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 269 (sequence 29)
Language
German
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Begründungen. 269 So habe er es auch in der Provence eingeführt gesehen, was ihm sehr Wohlgefallen habe (Ascher in den Peßakim zum Thalmud Thaan. 6. 1 § 4. Gutachten Cap. 4 § 10, vgl. Tur und Schulchan aruch Orach Chajim Cap. 117). Daß man weiter gehen dürfe, es einer jeden Gegend überlasse, den Termin für die Bitte um Regen nach ihrem Bedürfnisse anzusetzen, wagte auch er nicht auszusprechen; er erhob sich blos zu dem Ansprüche, den üblichen babylonischen Brauch mit dem entsprechenderen palästinischen zu vertauschen. Daß letzterer in der Provence herrschend sei, bestätigt auch sein Zeitgenosse^) Abraham ben Nathan Ha-Jarchi in seinem Manhig (Berachoth § 56, S. 16 f. 6ä. Berlin), und zwar dahin, daß zwar im größten Theile der Provence der babylonische Brauch herrsche, jedoch in Narbonne und Umgegend nach dem palästinischen verfahren werde. *) Während Steinschneider denselben in seinem Cataloge zuerst 1304—5 ansetzt, rückt er ihn später ein Jahrh. höher hinauf, und in gleicher Weise lesen wir aus dem Titelblatte der Berliner Ausgabe, der Vers, habe 4964 — 1204 gelebt. Dies scheint bestätigt zu werden durch das Formular eines Scheidebriefes (Get S. קח ed. Berlin), welches vom I. 4965 datirt ist. Allein solche Formulare haben keine beweisende Kraft für die Zeit des Verfassers, da sie, wie fingirte, damals ganz ungewöhnliche Zeugennamen (Nafthali ben Jachzeel, Chenoch ben Eliabl), ebenso beliebige Daten hinstellen, und so ist wirklich in einem früheren Formulare (S. f.), in dem dieselben fingirten Zeugen und dasselbe Ehepaar genannt sind, aber ein lebendes Rabbinatscollegiuw, welchem der Verf. sich selbst beizählt, angegeben wird, das Jahr unbestimmt gelassen. In diesem Collegium wird aber zuerst genannt, also als Vorsitzender, ein Isaak b. Meir Migasch, erst nach ihm Meir ben Todros ha Levi, und somit ist dieser nicht der unter dem Namen ״Rernah" berühmte jüngere Zeitgenosse des Maim-, der um 1204 geblüht, sondern ein späterer weniger angesehener, wie denn die Namen Todros und Meir in der Familie der Abulafia häustg wiederkehren (vgl. Zunz: Zur Gesch. u. Lit. I. S. 432 ff). Nun nennt aber Abraham ferner (Mikwah § 156 S. 114) seinen Verwandten Juda, Sohn des Jakob Anatolio; diesen bezeichnet er als einen Verstorbenen, jenen als noch lebend- Jakob aber schrieb sein bekanntes Malmad erst um 1232, starb erst um die Mitte des dreizehnten Jahrhunderts, und Abraham konnte 1204 nicht von Jakob als einem Verstorbenen sprechen; wenn er also berichtet (Ethrog N. 59 S. עב), er habe im I. 64 irgendwo einen falschen Gebrauch beseitigt, so kann er damit nicht 4964 meinen, sondern 5064 — 1304. Er war demnach, was mit der ganzen Anlage seines Buches, mit den Lebensschicksalen, auf welche er anspielt, in sehr gutem Einklänge steht, ein Provenzale, der wie so viele Audere bei der dort ausbrechenden Verfolgung der Juden am Anfänge des 14. Jahrh. sein Vaterland verließ und nach Spanien flüchtete.

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