Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1869-01-01 · 4 (1869) · p. Seite 263

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
7 (1869)
Issue
4 (1869)
Date
1869-01-01
Page
Seite 263 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2420973-2421005-2421009--2206-2423544
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Begründungen. 263 ernsten Mahnung der Mischnah, daß man über diese Vision nicht einmal allein, geschweige in größerem Kreise, Untersuchungen anstellen solle (Chagigah 2, 1), daß man ferner dieselbe nicht als Prophetenabschnitt (Haftarah) zur öffentlichen Verlesung bringe (Megillah 4 (3), 10), haben die Verfasser der Gebete, zumal die Paitanim gerade von ihr einen reichlichen Gebrauch gemacht. Wir kehren nur zur nüchtern gesunden Ansicht der Mischnah zurück, wenn wir unsere Gebete von diesem sie durch mystischen Schwulst entstellenden Engelapparate befreien. 3. Zu S. 248. Gegen diesen Satz haben schon die alten Geonim wie Amram und Saadias, Einspruch erhoben, und hat er auch in den spanischen Ritus keinen Eingang gefunden, weil er hier, wo die Schöpfung und deren Erneuung durch das Tageslicht gefeiert wird, an ganz unpassender Stelle messianische Gedanken einstreut. 4. Zu S. 249. Der beiden Formeln über den ״Regen", deren eine das Lob Gottes ausdrück^ als des Regenspenders, die andere die,Bitte um einen zum Segen gereichenden, also rechtzeitigen, Regen enthält, und zwar als solcher, welche nur zu gewissen Zeiten eingeschaltet werden, gedenkt allgemein die Mischnah Berachoth 5, 2: מזבירין גבורות גטומים בתחיית המתים וטוואליך הגטונלים בברכת הטובים ״man preist die Allmacht, welche sich in ״den Regen" offenbart, in (dem zweiten Lobspruche, welcher von) der Belebung der Todten (handelt), man bittet um ״die Regen" in dem (neunten) Lobspruche, welcher gedeihliche Jahre erfleht." ״Die Regen" sind die in Palästina ununterbrochen*) folgenden Regengüffe, welche dort die Herbst-, und Winterzeit ausmachen und die dem während des ganzen regenlosen Frühlings und Sommers vertrockneten Boden neue Fruchtbarkeit geben, während das Ausbleiben des Regens um diese Zeit eine alles Wachsthum verhindernde Trockenheit und Hungersnoth erzeugt, indem ein späterer Regen, wenn er etwa mit dem Frühling eintritt, den früher fehlenden nicht mehr ersetzen kann, vielmehr nur Fäulniß bewirkt. Daher ist denn auch die stehende Bezeichnung für die (Frühling- und) Sommerzeit in der Mischnah ימות *) Würden die Regen längere Zeit unterbrochen, so ist die Fruchtbarkeit des Jahres stark bedroht, M. Thaanioth 3, 1.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.